Ideenreich an die Weltspitze

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Sa, 10. Januar 2015

Kollektive

Vom Gedankenspiel zum globalen Produkt – Innovation wird von der Pflicht zur Kür.

St. Georgen im Schwarzwald: 860 Meter über dem Meeresspiegel, Wald, Fabriken, das deutsche Phonomuseum, reichlich Industriegeschichte – und industrielle Zukunft. Am Rednerpult steht Dirk Schallock, Geschäftsführer der EBM-Papst St. Georgen, und berichtet den Gästen des Wirtschaftsverbands industrieller Unternehmen in Baden (WVIB), wie er es mit dem Innovations- und Zukunftsmanagement hält, wie er durch Investitionen in Forschung und Entwicklung die globale Technologieführerschaft festigen, Trends erkennen und die Entwicklung neuer Marktstandards fortführen will.
Dort, wo jetzt der Motoren- und Ventilatorenhersteller EBM-Papst forscht, entwickelt und produziert, war früher der Plattenspielerproduzent Dual angesiedelt, der zu seinen besten Zeiten 3000 Beschäftigte hatte und 1982 Insolvenz anmeldete. Bei EBM-Papst wird es nicht so weit kommen. Rund 15 000 Produkte bietet das Unternehmen am Markt. 650 Ingenieure und Techniker, 500 davon in Deutschland, sind in den Bereichen Forschung und Entwicklung tätig. 86 Millionen Euro wurden 2013 bei einem konsolidierten Umsatz von 1,5 Milliarden Euro der gesamten Gruppe in Forschung und Entwicklung gesteckt, in St. Georgen sind es bei 307 Millionen Euro Umsatz sogar 32,2 Millionen Euro gewesen. "Das ist deutlich über dem, was andere Firmen sich die Zukunft kosten lassen", sagt Peter Metzger, Hauptabteilungsleiter für Geschäftsfeldentwicklung und Marketing in St. Georgen. Das mag man die Pflicht für ein Unternehmen mit mehr als 11 000 Mitarbeitern und weltweit 17 Produktionsstätten nennen, das am hart umkämpften Weltmarkt die Tabellenspitze in Sachen Innovation verteidigen will.
Aber es gibt auch die Kür. Diese betritt in Person von externen Trendforschern die Labore und Konferenzräume von EBM-Papst in St. Georgen. "Das kostet Geld, bringt aber frischen Wind und hat unser Unternehmen etwas aufgemischt", berichtet Metzger. Es gab Workshops mit bis zu 15 Mitarbeitern, es wurde viel geredet, es wurde über den eigenen Horizont hinaus in die Zukunft geschaut, es wurde fantasiert. "Brücken können nur gebaut werden, wenn man weiß, wo und wann", so Metzger über diese vielerorts noch recht ungewöhnliche Maßnahme. Wo liegen die Trends? Was können mögliche künftige Produkte sein, die man sich heute überhaupt noch nicht vorstellen kann? Eines dieser Gedankenspiele baute auf einem bereits marktreifen Produkt von EBM-Papst auf: einem Belüftungsventilator für Schweißhelme in der Schwerindustrie, die der US-amerikanische ...

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