Rötenbach

Im Hochschwarzwald soll eine Wildbrücke über die B31 führen

Liane Schilling

Von Liane Schilling

Mi, 22. Januar 2020 um 16:00 Uhr

Friedenweiler

Der Bund will rund 15 Millionen Euro investieren, damit Wildtiere die B31 bei Rötenbach heil überqueren können. Eine Studie bestätigt den Sinn einer Grünbrücke. Indirekt profitieren auch Landwirte von dem Projekt.

Knapp 15 Millionen Euro wird die Bundesrepublik in eine 50 Meter breite Grünbrücke an der Bundesstraße 31 zwischen Neustadt und Friedenweiler-Rötenbach investieren. Bernd Dörr und Ilona Holschbach, Straßen- und Landschaftsplaner im Regierungspräsidium Freiburg, stellten dem Gemeinderat in Friedenweiler am Dienstagabend das Projekt im frühen Planungsstadium vor.

Natürliche, vom Wild genutzte Achsen

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde Nutzen und Sinn dieses Großprojektes bei Rötenbach bestätigt, führte Dörr aus. Es ist eine von zwölf Maßnahmen in Baden-Württemberg, die großen Zerschneidungen entgegenwirken sollen und der Wiedervernetzung der natürlichen, vom Wild genutzten Achsen dient. Konkrete Zahlen über den Wildwechsel liegen nicht vor, wie die Fachleute auf Anfrage von Roland Willmann erklärten. Belegt sei aber die natürliche Achse, die vom Wild des mittleren Schwarzwalds, sowie des Feldberg- und Wutachgebietes genutzt wird.

Um "ein super Projekt, von dem die Natur auf längere Sicht nur profitieren kann", handelt es sich nach Auffassung von Gemeinderat Thomas Bier. Der Standort wurde mit ausreichenden Abständen zwischen der Tank- und Rastanlage und der Abzweigung von der Bundesstraße nach Friedenweiler und Rudenberg gewählt. Das große Bauwerk wird mit einer Schutzwand als Lärm- und Lichtschutz versehen. Eine Einzäunung soll die Wirksamkeit des Übergangs sicherstellen.

Unterhaltungswege werden so breit, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge darauf fahren können

Die dafür benötigten Unterhaltungswege werden von der Bushaltestelle in der Waldstatt in Richtung Donaueschingen bis hinter das Gelände der Tank- und Rastanlage beidseitig auf 5,50 Meter Breite so ausgebaut, dass sie gleichzeitig Wege für den Langsamverkehr – also etwa aus der Landwirtschaft – und Radwege sind. So bleibt auch die Möglichkeit erhalten, die Bundesstraße in diesem Abschnitt als Kraftfahrstraße ausweisen zu können, was Teil des Planungsauftrags war, führte Dörr aus.

Armin Hasenfratz begrüßt diese Lösung, weil die früher anvisierte Planung, landwirtschaftliche Fahrzeuge über die Schanzstraße zu führen, viele Probleme und Interessenskonflikte barg. Von den Landwirten wird sie nicht favorisiert, wie Bürgermeister Josef Matt berichtete. Sie würden mit ihren großen und immer schneller werdenden Fahrzeugen lieber auf der Bundesstraße bleiben. Auch weil sie unter zeitlichem Druck arbeiten, erklärte Ulrich Zimmermann.

Fünf Jahre Planung, zwei Jahre Bau

Revierförster Christoph Birkenmeier hat als Vertreter der Gemeinde, die Eigentümer des Geländes ist, bereits eine fachliche Stellungnahme abgegeben, die es zu berücksichtigen gilt, erklärte der Bürgermeister. Eine Einigung über die Nutzung von Forstwegen außerhalb des Zaunes sollte dabei möglich sein.

Die weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren werden nach heutiger Einschätzung etwa noch fünf Jahre in Anspruch nehmen, die Bauzeit wird zwischen ein und zwei Jahren liegen, erklärte Dörr auf Nachfrage. Die zeitliche Abfolge passe auch gut, damit der Förster mit dem Aufbau der notwendigen Trittsteine langfristig auf das Gelingen hinarbeiten kann, erläuterte Matt.

Die Gestaltung des Umfelds im Umkreis von 50 Metern um die Brücke gehört zu den Maßnahmen des Bundes, der angrenzende Raum im Abstand von 300 Metern wird im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für die Tank- und Rastanlage von der Gemeinde angepasst. Es handelt sich dabei nach Auskunft des Försters um eine Fläche von elf Hektar, die, zeitlich mit dem Bau abgestimmt, so gestaltet wird, dass sich das Wild dort gerne aufhält und sammelt.

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