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Im Lebenslauf überzeugen Fakten

Sabine Meuter

Von Sabine Meuter (dpa)

Sa, 08. August 2020

Beruf & Karriere

Wie oft haben Sie in den vergangenen Jahren einen Lebenslauf geschrieben? Wenn Sie jetzt einen benötigen, dann sollten Sie beachten, dass sich die Anforderungen mittlerweile geändert haben.

Einen Lebenslauf aufsetzen? Das haben die meisten schon mal gemacht. Doch dann will man sich auf einen neuen Job bewerben und die Regeln von einst sind überholt. Worauf sollte man achten?


Die Stellenbeschreibung klingt attraktiv. Jetzt geht es darum, mit dem Arbeitgeber Kontakt aufzunehmen, sprich: sich zu bewerben. Neben einem überzeugenden Anschreiben muss auch ein perfekt gestalteter Lebenslauf her. Doch wer dabei die aktuellen Standards und Vorgaben nicht beachtet, läuft Gefahr, dass Personalentscheider die Bewerbung schnell aussortieren.

Eine der Grundregeln für einen modernen Lebenslauf lautet: "Immer mit der letzten Position, die man hatte, anfangen", sagt Corinna Sponer-Kessinger. Sie arbeitet als Managing Consultant bei einem Unternehmen für Karriereberatung. Was sich ebenfalls gut macht: "Die erste Seite des Lebenslaufs als Deckblatt mit einem Foto des Bewerbers gestalten", erklärt Jutta Boenig. Sie ist Inhaberin einer Beratungsgesellschaft und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung (DGfK).

Auf dem Deckblatt platziert der Bewerber zuoberst sein Foto, darunter seinen Namen, dann das Geburtsdatum und die Anschrift. "Ein solches Deckblatt ist stilvoll, aber kein Muss", findet Boenig. Sponer-Kessinger rät, auf dem Deckblatt ein prägnantes Kompetenzprofil hinzuzufügen und dabei mit Stichpunkten zu arbeiten. "So kann sich ein Personaler zügig einen ersten Eindruck von dem Bewerber machen." Dafür sollte man Fakten auflisten, zum Beispiel "Führungsverantwortung für 30 Personen" oder "Verantwortlich für ein Budget in Höhe von ... " und nicht Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft oder Kreativität. Auf den folgenden Seiten geht der Bewerber in die Tiefe. Er nennt seine bisherigen beruflichen Tätigkeiten und führt direkt darunter die dort erzielten Erfolge auf.

Nicht jedes Praktikum erwähnen

Im nächsten Abschnitt listet er seine Weiterbildungsaktivitäten auf, in der darauffolgenden Rubrik seine Praktika und in der nächsten seine Ausbildungsstationen. Auch hier gilt: Mit der letzten Station, etwa Trainee, anfangen und weiter zurückgehen. Hochschulausbildung, duales Studium oder Berufsausbildung als Ausbildung separat vermerken. Zuletzt zählt der Bewerber seine weiteren Kenntnisse, Sprachen, IT-Fähigkeiten sowie Hobbys auf. "Bei Akademikern wirkt es altbacken, wenn sie in ihrem Lebenslauf ihr Gymnasium nennen", sagt Boenig.

Dass sie das Abitur haben, erschließt sich ja aus dem Hochschulabschluss. Generell wird heutzutage auch nicht mehr die Grundschule im Lebenslauf erwähnt. Was Praktika angeht: Je weiter sie zeitlich zurückliegen, desto unerheblicher sind sie für den Lebenslauf. Bewerber müssen nicht zwingend alles auf eine Seite quetschen.

"Der Lebenslauf kann je nach Berufserfahrung durchaus drei bis vier Seiten umfassen", erklärt Sponer-Kessinger. Man sollte aber darauf achten, nur Dinge, die für die jeweilige Position relevant sind, prägnant zu schildern. Vorlagen für Lebensläufe gibt es im Internet. Boenig rät davon ab: "Es macht einen besseren Eindruck, einen Lebenslauf individuell anzulegen." Wer dennoch auf Vorlagen aus dem Internet setzt, sollte sie aus Sicht von Sponer-Kessinger zumindest teilweise abändern, um dem Ganzen eine persönliche Note zu geben.
Im nächsten Teil der Serie am Sonntag, 16. August, geht es um den Bewerbungsfrust.

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