Im Osten weniger Impfungen

dpa

Von dpa

Do, 09. September 2021

Deutschland

Studie: Mehr strikte Impfgegner.

In den ostdeutschen Bundesländern sind prozentual weniger Menschen gegen Covid-19 geimpft als bundesweit. "Wir haben einen West-Ost-Unterschied", klagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch. Das bundesweite Schlusslicht Sachsen liegt fast 20 Prozentpunkte hinter Spitzenreiter Bremen. In Sachsen waren laut Robert-Koch-Institut bis Montag 52,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft – in Bremen 71,5 Prozent. Auch Brandenburg lag mit 55,6 Prozent unter dem Schnitt von 61,4 Prozent, ebenso Thüringen mit 56,5 und Sachsen-Anhalt mit 58,4 Prozent. Nur Mecklenburg-Vorpommern schaffte 60 Prozent.

Der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz, gebürtiger Sachse, sagte Mitte August: "Es gibt zwischen der Zustimmung für die AfD und Impfablehnung einen klaren Zusammenhang. Er lässt sich nicht wegdiskutieren." Der thüringische AfD-Fraktionschef Björn Höcke bestätigte das indirekt: "Der Mann (Wanderwitz) hat vom Osten keine Ahnung: Ja, hier leben freiheitsliebende Menschen, die von Bevormundung ein für alle Mal die Nase gestrichen voll haben und die selbstbestimmte Entscheidungen über ihr Leben sowie ihre Gesundheit treffen – und das ist sehr gut so!" Nach der Studie "Covid-19 in Sachsen" der TU Dresden vom Juni gaben 12 Prozent der Befragten an, sich "auf keinen Fall" impfen zu lassen", im Vergleich zu knapp fünf Prozent bundesweit. Eine andere Erklärung sind niedrige Inzidenzzahlen im Osten. Sie liegen unter 40, während NRW und Bremen mehr als 100 haben.