Verzögerung beim Bau

Im Sommer soll Spatenstich für das Ärztehaus in Wehr sein

Annemarie Rösch

Von Annemarie Rösch

Do, 23. Juni 2022 um 19:00 Uhr

Wehr

Wehrs Räte stimmen dafür, dass Bürgermeister Thater den Auftrag für die Rohbauarbeiten des Ärztehauses vergeben kann. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau muss allerdings erst ihr Okay geben.

Noch sind die KfW-Fördergelder für den Bau des Ärztehauses auf dem Brennet-Areal in Wehr nicht bewilligt. Damit der Bau des Ärztehauses dennoch zügig voranschreiten kann, hat der Gemeinderat nun zugestimmt, dass Bürgermeister Michael Thater die Rohbauarbeiten in Auftrag geben kann, sobald die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Fördergelder bewilligt oder einen vorzeitigen Baubeginn genehmigt. Ohne diese Zustimmung könnte das "förderschädlich" sein, wie es in der Verwaltungssprache heißt. Die Stadt Wehr würde also riskieren, dass die Fördergelder nicht fließen.

Der Bauantrag steht kurz vor der Genehmigung

Zu Jahresbeginn ist bekanntgeworden, dass sich der Bau des Ärztehauses verschiebt, weil die finanzielle Förderung des Bundes nicht mehr sichergestellt ist. Baustart sollte eigentlich Anfang 2022 sein. Der Grund für die Verzögerung: Im Januar hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die KfW-Förderung für Gebäude, die energieeffizient gebaut werden, gestrichen. Es gibt nun ein Nachfolgeprogramm. Auf Fördermittel aus diesem Topf setzt nun die Stadt Wehr. Bürgermeister Thater hatte in einer der vorherigen Ratssitzungen dargelegt, dass das Ärztehaus ohne Fördermittel wirtschaftlich nicht darstellbar sei.

Nach Informationen von Markus Schilloks vom Stadtbauamt steht der Bauantrag für das Ärztehaus kurz vor der Genehmigung. Dafür ist das Landratsamt Waldshut zuständig. Bürgermeister Thater geht davon aus, dass noch vor der Sommerpause der Spatenstich ist.

Die Stadt ging von höheren Kosten aus

Die Firma Fien aus Wehr soll den Zuschlag für die Rohbauarbeiten erhalten, sobald die Genehmigung der Fördergelder oder die für einen "vorzeitigen Maßnahmebeginn" da sind. Das Auftragsvolumen beträgt 1,97 Millionen Euro. "Wir sind ursprünglich von 2,1 Millionen Euro ausgegangen", legte Bürgermeister Thater den Räten dar. "Da sind wir also sehr gut dabei." Insgesamt vier Angebote waren für die Rohbauarbeiten eingegangen.

Mit Ärzten im Gespräch

Wie die Stadt Wehr darlegt, ist ihr das Ärztehaus besonders wichtig, um die medizinische Versorgung in der Stadt sicherzustellen. Sie hofft auch, mit einem attraktiven Ärztehaus, das von der Gemeinde getragen wird, weitere Mediziner nach Wehr zu locken. Das ist bisher noch nicht gelungen, wie Thater sagt.

In der Gemeinderatssitzung wollte Hans-Peter Zimmermann (FDP) wissen, ob schon Mietverträge mit Ärzten gemacht worden seien. Thater entgegnete ihm, dass er sich schwer damit tue, vor Baubeginn solche abzuschließen. Man sei aber mit drei Ärzten, einer Apotheke und einem Sanitätshaus im Gespräch. Er zeigte sich optimistisch, dass die Verträge mit ihnen noch vor der Sommerpause zustande kommen.

Kritik an den Sitzungsunterlagen

Sowohl Stadtrat Vito Doria von den Grünen wie auch Hans-Peter Zimmermann monierten, die Sitzungsunterlagen seien ihnen nicht transparent genug. "Ich hätte mir die ausführlicher gewünscht", so Zimmermann. In den Unterlagen gab es keine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Angebotsposten. Nur die Summe von 1,9 Millionen Euro wurde genannt. Vito Doria äußerte starke Zweifel daran, ob dem Bauunternehmen angesichts stark steigender Materialkosten nicht die Kosten davonlaufen werden. "Gerade im Stahlbereich gibt es Preisschwankungen von 30 bis 40 Prozent." Bürgermeister Thater verwahrte sich dagegen, dass die Unterlagen intransparent seien.

Mit nur einer Gegenstimme von Vito Doria stimmte der Gemeinderat schließlich für die Vergabe an die Firma Fien, sobald das möglich sein wird.