Impfstart für zweite Gruppe

dpa

Von dpa

Di, 23. Februar 2021

Deutschland

Das Land weitet die Impfungen aus / Lehrer und Erzieher rücken auf / Gärtnereien sollen bald öffnen.

(dpa/BZ). Während in Baden-Württemberg seit Montag Kitas und Grundschulen wieder geöffnet sind, wird über weitere Schritte aus dem Lockdown debattiert. Derweil können sich jetzt auch Menschen unter 65 Jahren der Priorisierungsgruppe zwei im Südwesten impfen lassen, darunter neu dort eingestufte Lehrkräfte und Erzieher.

In viele Grundschulen und Kitas im Südwesten ist am Montag das Leben zurückgekehrt. Nach zwei Monaten Schließung, Notbetreuung oder sehr eingeschränktem Betrieb wurde wieder in der Schule unterrichtet und mehr Kinder in den Kitas betreut. Auch in anderen Bundesländern wurden Schulen und Kitas teilweise geöffnet. Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, sagte am Montag in Berlin: "Es ist ganz wichtig, dass man sich dann auch ganz genau anschaut, ob und wenn in welchem Umfang das wiederum Veränderungen im Infektionsgeschehen bringt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich angesichts der Sorgen vor einer dritten Corona-Welle für eine vorsichtige Strategie der Öffnung verschiedener Bereiche in Paketen aus. Merkel sieht nach ihren Angaben drei Bereiche, für die man Pakete einer Öffnungsstrategie schnüren müsse: persönliche Kontakte, Schulen und Berufsschulen sowie Sportgruppen, Restaurants und Kultur.

Zur Absicherung des Öffnungsschrittes sind in Baden-Württemberg Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte in der Impfreihenfolge nach vorne gerückt. Sie gehören jetzt zur Priorisierungsgruppe zwei. Alle dort eingestuften Bürger unter 65 Jahren können seit Montag im Südwesten einen Impftermin vereinbaren und bei Verfügbarkeit des Impfstoffs von Astrazeneca sofort geimpft werden.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) begrüßte es, dass Erzieher und Lehrkräfte früher als vorgesehen gegen das Coronavirus geimpft werden sollen. Sie erfüllten eine "zentrale gesellschaftliche Aufgabe", weshalb diese Maßnahme sinnvoll sei, teilte die CDU-Politikerin am Montag in Stuttgart mit. "Eine vorzeitige Impfung ist auch wichtig im Hinblick auf eine Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht, der für die Schülerinnen und Schüler von enormer Bedeutung ist."

Bereits am 1. März sollen in Baden-Württemberg und Bayern Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden öffnen dürfen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe eine entsprechende Vorlage für die Kabinettssitzung an diesem Dienstag in Auftrag gegeben, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet am Montag. Der Koalitionspartner CDU führte die absehbare Entscheidung auf sein Drängen zurück. "Gut, dass sich Ministerpräsident Kretschmann von unseren Argumenten hat überzeugen lassen", sagte Justizminister Guido Wolf (CDU).

Ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie, die geplanten kostenlosen Antigen-Schnelltests, wird sich jedoch voraussichtlich erst einmal verzögern. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor immer wieder angekündigt, dass ab dem 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen – etwa in Testzentren, Praxen oder Apotheken. Darüber solle nun aber doch erst bei den kommenden Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden, erklärte Seibert.