Hochprozentiges

In Bad Bellingen wurden die "Baden Best Spirits 2020" gekürt

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Mi, 02. September 2020 um 08:12 Uhr

Kreis Lörrach

Bei der Prämierung "Baden Best Spirits 2020" wurden im Rössle in Bad Bellingen Hertingen 22 Kleinbrenner aus dem Kreis Lörrach mit Gold, Silber und vier Ehrenpreisen ausgezeichnet.

Viele Goldmedaillen, Silbermedaillen und vier Ehrenpreise aus der Prämierung "Baden Best Spirits 2020" konnte Ralf Mehlin als Bezirksvorsitzender des Landkreises Lörrach im Namen des Verbandes der Badischen Klein- und Obstbrenner an insgesamt 22 Kleinbrenner aus dem Landkreis vergeben. Die Prämierung der besten Brände, die es seit 1949 gibt, sei laut Mehlin die wohl weltgrößte Prämierung dieser Art. Fast 20 Brenner kamen am Sonntag zur Urkundenübergabe ins Hertinger "Rössle".

Die Prämierung der besten Brände findet alle zwei Jahre und normalerweise im Frühjahr vor großem Publikum in Sasbachwalden statt. 321 Brenner aus ganz Baden hatten 3068 Proben zur Verkostung und Bewertung angestellt. "Dieses Jahr aber ist wegen der Corona-Pandemie alles anders", stellte Mehlin vor dem Hintergrund fest, dass Verkostung und Prämierung erst im Spätsommer stattfinden konnten.

Auch Gin und Whisky bei den Brennern im kommen

Der Bezirksverband Lörrach entschied, den Brennern aus dem Landkreis ihre Urkunden in kleinem Rahmen zu übergeben. Insgesamt wurden bei den "Best Spirits" 897 Goldmedaillen, 1415 Silbermedaillen und 580 Bronzemedaillen vergeben – nicht prämiert wurden nur 5,7 Prozent und damit 176 Produkte, so Mehlin bei der Prämierung. Brenner überlegten sich sehr gut, welche und wie viele Brände sie einschickten. Birnenbrände führen mit 363 Proben das Feld an, zu Kirschwasser gab es 259 Proben. Auch Liköre und Brände mit Fruchtauszügen werden beim Wettbewerb immer beliebter und in den vergangenen Jahren auch Gin. "Der eine oder andere beginnt mit Whisky zu experimentieren", berichtete Mehlin noch.

Die Zeit der Blind-Verkostung dauerte in diesem Jahr eine Woche statt der üblichen drei Tage. Die rund 40 Verkoster, die normalerweise pro Tag eingesetzt sind, mussten sich diesmal in mehrere Schichten aufteilen. "Es handelt sich um sehr erfahrene Prüfer, immer drei müssen für eine Bewertung zu einem einstimmigen Ergebnis kommen, um eine Medaille zu vergeben", sagte der Bezirksvorsitzende.

Die vergebenen Ehrenpreise werden übrigens aus dem Status der Goldmedaillen ausgewählt. Das heißt, ein Edelbrand, der Gold bekommt, kann auch einen Ehrenpreis verdienen. Viele Brenner im Kreis wollen das traditionelle Kirschwasser unter jüngeren Edelbrandfreunden wieder beliebter machen. "Kirschwasser ist vielseitig, leider hat es ein verstaubtes Image", erklärte Ellen Sattler auf Nachfrage.

Das Ehepaar Martin und Ellen Sattler aus Schliengen hatte insgesamt 50 Brände zur Blindverkostung eingestellt. 49 wurden prämiert, allein 20 mit Gold. Zu den Jungbrennern, die gleich einen Ehrenpreis bekamen, gehörte Winzermeister Jonas Andreas Hecker aus Liel, der die Liebe zu Edelbränden von seinem Opa Andreas weitervererbt bekam, wie er sagte.
Die Preisträger aus dem Landkreis Lörrach sind: Aus Rheinfelden: Martina Kaiser-Suhr, Kurt Mehlin, Marion Wiedmann-Wenk; aus Maulburg: Heike Arzet; aus Hasel: Corina Lacher; aus Schönau: Josef Kiefer; aus Lörrach: Lorenz Biersack; aus Weil am Rhein: Dieter Rösch; aus Efringen-Kirchen: Gerd Bahlinger, Erich Müller, Markus Schörlin; aus Schliengen: Martin und Ellen Sattler, Bernd Moritz, Jörn Stiefvatter, Helmut Häfelinger, Andreas Hecker, Karsten Willmann; aus Bad Bellingen: Wilhelm Kramer; aus Wittlingen: Weingut Ernst. Die vier vergebenen Ehrenpreise gingen an: Gerd Bahlinger aus Efringen-Kirchen-Blansingen für den Obstbrand aus Äpfeln und Birnen, an Andreas Hecker für Williams und an Martin und Ellen Sattler, einmal für Kirschwasser und einmal für Williams Spezial (mit Fruchtauszug).