Corona

In eine Gewerbehalle in der Müllheimer Eisenbahnstraße ist das Kreisimpfzentrum eingezogen

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Do, 21. Januar 2021 um 06:33 Uhr

Müllheim

Im Müllheimer Kreisimpfzentrum (KIZ) wird ab Freitag gegen Covid-19 geimpft. Innerhalb weniger Wochen musste das KIZ auf die Beine gestellt werden.

Das Kreisimpfzentrum, kurz KIZ, in Müllheim, nimmt am Freitag, 22. Januar, seinen Betrieb auf. Nachdem Mitte Dezember bekannt wurde, dass das Impfzentrum in der Eisenbahnstraße 14 angesiedelt wird – nahe der Bundesstraße 3 und dem Müllheimer Bahnhof –, wurde innerhalb weniger Wochen eine Gewerbehalle umgebaut, der Betrieb organisiert, Helfer wurden angeworben.

Nun könne der Marathon beginnen, sagte Landrätin Dorothea Störr-Ritter beim Ortstermin, man sei vorbereitet. Voll loslegen kann das Impfzentrum jedoch noch nicht – 750 Impfungen pro Tag gegen Covid-19 wären möglich, in sechs Impfkabinen könnte zeitgleich geimpft werden, gerade einmal 100 Impfungen täglich werden es zunächst sein. Es fehlt an Impfstoff. Das sei auch der Grund gewesen, warum nach dem Start der Terminvergaben am vergangenen Dienstag nach kurzer Zeit keine Termine mehr verfügbar gewesen seien, so die Landrätin. Eine große Ernüchterung, nannte es die Landrätin und eine Geduldsprobe für die Bürger. Man müsse das Impfprozedere für die Menschen durch mehr Transparenz erleichtern, sagte sie. "Ich würde es begrüßen, wenn die Bürger von Landesseite informiert würden." Etwa durch ein Schreiben wie es Sozialminister Manfred Lucha im BZ-Interview vergangene Woche angekündigt hatte. Ein entsprechender Brief werde demnach an alle Haushalte im Land verschickt. Doch trotz allem sei sie dankbar, dass es nun losgehe, so Störr-Ritter. "Wir tun, was wir können."

Es sei schnell klar geworden, dass Müllheim mit seiner Lage zwischen Freiburg und Lörrach ein idealer Standort für das Impfzentrum sei, hob Müllheims Bürgermeister Martin Löffler hervor. Als eine der ersten Kommunen im Landkreis habe man zwei mögliche Standorte an das Sozialministerium gemeldet, die Robert-Schumann-Kaserne und das Firmengelände an der Eisenbahnstraße, für welches sich das Ministerium letztendlich entschieden hat.

Die Gesamtleitung des KIZ liegt beim Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald, der das KIZ in Müllheim federführend auf die Beine gestellt hat. Betrieben wird es gemeinsam mit den DRK-Kreisverbänden Freiburg und Müllheim, die sich die organisatorische Leitung teilen, und der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade helfen. Man freue sich, einen Beitrag leisten zu können, sagte Brigadegeneral Peter Mirow. Jochen Hilpert, Vorstand des DRK-Kreisverbands Freiburg, und Gerlinde Engler, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands Müllheim, nutzten die Gelegenheit, um sich bei den mehr als 1200 Bewerbern zu bedanken, die dem Aufruf nach Unterstützung der beiden Kreisverbände gefolgt seien. "Wir mussten viele vertrösten", sagte Engler. Ihr Einsatz sei erst möglich, wenn genügend Impfstoff da ist.

"Wir mussten viele Helfer vertrösten." Gerlinde Engler, Geschäftsführerin DRK-Kreisverband Müllheim
30 Helfer stehen nun für den Betrieb des Impfzentrums bereit, dazu sechs Ärztinnen und Ärzte und sechs medizinische Fachangestellte. Für den reibungslosen Ablauf sorgt ein Sicherheitsdienst.

Von Dienstag bis Sonntag läuft der Betrieb am KIZ, dran kommt nur, wer einen Termin hat. An der Anmeldung wird unter anderem die Körpertemperatur kontrolliert und ob eine Berechtigung zum Impfen vorliegt. Dann geht es weiter zu einer der sechs Kabinen, an denen die zu Impfenden registriert werden. Die Daten gehen an das Landesgesundheitsamt und in Teilen an das Robert-Koch-Institut.

Wer möchte, kann sich im Wartebereich einen Aufklärungsfilm ansehen, auf Deutsch, Englisch oder Türkisch, ausführlich ärztlich aufgeklärt wird zudem in den Impfkabinen. Ob eine Kabine frei ist oder nicht, zeigt eine elektronische Anzeige. Es wird empfohlen, nach dem Impfen 15 Minuten vor Ort und somit unter medizinischer Beobachtung zu bleiben. Insgesamt ist mit etwa 45 bis 60 Minuten pro Termin zu rechnen.
Weitere Infos und Termine unter www.impfterminservice.deund über die telefonische Hotline Tel. 116117