Homosexuellen-Rechte

In Frankreich tobt ein Glaubenskrieg

Axel Veiel

Von Axel Veiel

Di, 05. Februar 2013 um 00:04 Uhr

Ausland

Frankreichs Staatschef Hollande will gleichgeschlechtlichen Paaren Ehe und Adoptionsrecht zugestehen – die halbe Nation ist dagegen, Homosexuelle werden angefeindet.

Fünf Worte sind es nur. Aber sie tun weh. So sehr, dass Frédéric sie am liebsten vergessen würde. Aber das geht nicht. "Sie fressen sich ein wie Säure", sagt er. "Frankreich braucht Kinder, nicht euch", zitiert er, was er zu hören bekam, was verletzt hat. Würde er den Blick nach oben richten, entdeckte er noch mehr solcher Worte. Sie prangen auf einem Plakat nahe der Pariser Kirche Saint-Nicolas-du-Chardonnet: "Heirat für Homosexuelle? Morgen heiratet meine Ziege", steht da. "Selten ist uns Schwulen so viel offene Feindseligkeit entgegengeschlagen", stellt Frédéric fest. Sein Lebensgefährte Bernard fügt hinzu: "Die Anti schrecken vor nichts zurück." Die Anti, das sind die Gegner des in die Nationalversammlung eingebrachten Gesetzentwurfs, der die "Ehe für alle" vorsieht – das Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren.

Die Reform hat eine Kluft in der Gesellschaft aufgetan

Was in den Nachbarländern Belgien und Spanien seit Jahren gesetzliche Wirklichkeit ist, werde im liberalen Frankreich kaum auf Widerstand stoßen, hatte Staatschef François Hollande sich gesagt und die bereits im Präsidentschaftswahlkampf propagierte Reform auf die Agenda gesetzt. Doch es kam anders. Was ein Selbstläufer zu sein schien, hat einen Glaubenskrieg ausgelöst. Befürworter und Gegner der Reform rufen im Wechsel zu Massenkundgebungen auf. Laut Umfragen befürworten 57 Prozent der Franzosen, dass Schwule und Lesben ...

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