Schülermentoren

In Grenzach-Wyhlen gibt es sieben neue Streitschlichter

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Di, 11. Februar 2020 um 08:33 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Am Lise-Meitner-Gymnasium sind schon länger Schülermentoren aus höheren Klassen im Einsatz. Das Programm wurde nun mit Junior-Schülermentoren auf jüngere Klasse und die Realschule ausgedehnt.

Emily, Aurora, Timo und Tom sitzen am Tisch und legen letzte Hand an ihr Plakat, das sie gleich den anderen Junior-Schülermentoren und ihren Eltern präsentieren wollen. Im Rahmen der Ausbildung als Junior-Schülermentoren haben sie an Halloween für ihre Mitschüler am Schulzentrum einen Kürbisschnitz-Nachmittag im Kunstraum organisiert. "Ich wollte was für die Schule tun, Projekte für Mitschüler anbieten", erklärt die 13-jährige Aurora aus der Klasse 8a des Lise-Meitner-Gymnasiums, weshalb sie sich für das Programm gemeldet hat. Auch der gleichaltrige Timo aus der Klasse 8a der Realschule hat einen Gewinn für die Schule und Vorteile für sich in einem Engagement gesehen, als er Werbung zur Ausbildung zum Junior-Schülermentor gesehen hatte.

Anlässlich der Zertifizierung haben Gymnasium, Realschule und die Schulsozialarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung die neuen Junior-Schülermentoren, ihre Eltern und die Ausbilder zu einem Apéro mit Präsentation eingeladen.

Bisher nur in höheren Klassen

Die Ausbildung zum Junior-Schülermentor wurde schulartübergreifend in den achten Klassen des LMG und der Realschule angeboten. Schülermentoren gibt es am LMG schon länger, stellte Realschulleiter Christoph Bigler fest, allerdings nur in höheren Klassen. Die Altersgruppen waren bisher zu alt für die Realschule, da deren Schüler dann schon kurz vor dem Abschluss stehen. Er freute sich über die Möglichkeit, dass die Katholische Studierende Jugend (KSJ) aus Freiburg neben der Schülermentoren-Ausbildung auch die Junior-Schülermentoren-Ausbildung ermöglicht hatte.

In Kurzpräsentationen stellten die Achtklässler ihre erste Maßnahme im Rahmen der Ausbildung vor. Beim knapp dreistündigen Kürbisschnitzen hatten 15 Schüler teilgenommen. Die Aktion wurde vorsichtshalber vom Schulsanitätsdienst des LMG begleitet. Eine zweite Gruppe hatte einen Spiel-Spaß-Sport-Tag mit Fußball, Dodgeball und Zombie-Ball für die Sechstklässler in der Turnhalle veranstaltet. An der vierstündigen Pflichtveranstaltung während der Schulzeit nahmen 66 Sechstklässler teil. Die Junior-Schülermentoren wurden in der Aufsicht über die drei Spielfelder von Lehrern unterstützt. Die dritte Gruppe hatte zunächst ein Basketball-Turnier im Freien geplant, doch das ließ sich aufgrund des Wetters nicht realisieren. Die Gruppe plante um und führte in einer fünften Klasse ein Kicker-Turnier durch.

Ein Beitrag für die Schulgemeinschaft

Anfang Oktober war Kursbeginn für die Junior-Schülermentoren bei der KSJ. Die aktuellen Schülermentoren des LMG haben bei der Ausbildung der zwölf jüngeren Mitschüler geholfen, berichtet Nicole Henkenius, die als KSJ-Bildungsreferentin die Ausbildung leitete. "Es ist toll, heute eine Zertifizierung feiern zu können", freute sich Schulsozialarbeiter Wolfgang Hüttermann von der Dieter-Kaltenbach-Stiftung, der sich erinnerte, dass die Vorbereitung zur Ausbildung vor über einem Jahr begonnen hatte. Die Ausweitung der Schülermentoren auf jüngere Klassen und die Realschule bezeichnete Frank Oppermann, stellvertretender Schulleiter des LMG, als tollen Beitrag für die Schulgemeinschaft und wichtigen Baustein für das soziale Curriculum. "Das Schüler Angebote für Schüler machen, ist sehr wertvoll", so Oppermann.

Der Ausbildung hatten sich auch die beiden Streitschlichter Alina und Dustin vom LMG angeschlossen. "Es sind nur noch drei Streitschlichter in der zehnten Klasse, und wir haben nach Nachwuchs gesucht", sagt Alina. Seit 2018 gibt es die Streitschlichter, die wöchentliche Termine in den Pausen anbieten. Die beiden bildeten im Rahmen ihres Projekts sieben Schüler zu neuen Streitschlichtern aus. "Dass ihr diese Ausbildung angeboten habt, ist ein echter Gewinn für die Schule", lobte Hüttermann. Bigler meinte: "Das war der Kickoff für die Realschule. Ich glaube, dass das eine Tradition wird."