Radioaktives Gas

In Schwörstadts Schule wird zu viel Radon gemessen

Petra Wunderle

Von Petra Wunderle

Mo, 20. September 2021 um 07:59 Uhr

Schwörstadt

Vor allem der Wartungsraum ist betroffen, aber auch in anderen Räumen der Schule in Schwörstadt ist die Radon-Konzentration zu hoch. Einfache Abhilfe durch regelmäßiges Lüften ist möglich.

In der Schwörstädter Schule wurde in einigen Räumen eine zu hohe Belastung mit Radon festgestellt. Dieses radioaktive Gas kann das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Betroffen ist vor allem ein Wartungsraum, in dem man sich nun so wenig wie möglich aufhalten soll.

Sechs Monate lang, von Oktober bis April, wurde im Untergeschoss der Schwörstädter Schule eine Radonmessung durchgeführt, um eine mögliche Belastung zu prüfen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats informierte Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat über die Messung. Das Institut für Technologie (KIT) in Karlsruhe hatte fünf Radon-Exposimeter in der Schule und Halle positioniert: in Werkraum, Küche, Gymnastikraum, Hausanschlussraum und im Raum für die Kernzeitbetreuung.

Die Werte der Aktivitätskonzentration sind in den meisten Räumen unbedenklich, sie liegen im Werkraum bei 49 Becquerel (Bq) pro Kubikmeter, im Gymnastikraum bei 65 Bq pro Kubikmeter. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation sind bei Werten unter 100 Bq pro Kubikmeter keine Maßnahmen erforderlich.

In der Küche allerdings liegt die Konzentration bei 168 Bq und im Raum der Kernzeitbetreuung bei 254 Bq. Laut KIT kann mit einfachen Maßnahmen wie regelmäßiger Lüftung die Konzentration gesenkt werden. Der Hausmeister und die Mitarbeitenden sind über die Ergebnisse informiert und lüften die Räume regelmäßig, so Trautwein-Domschat. Es soll zudem erneut gemessen werden, um die Wirksamkeit des Lüftens zu überprüfen. Sollte sich keine Besserung zeigen, müssten andere Maßnahmen, etwa eine Sanierung der Räume, ins Auge gefasst werden.

Wiederholungsmessungen ab Oktober 2022

Mit einem Wert von 875 Bq pro Kubikmeter wurde die höchste Konzentration jedoch im Hausanschlussraum Anbau-West gemessen. Bei diesem Wert sollte man sich im Innenraum ohne Maßnahmen zur Verringerung nicht aufhalten. Da es sich aber um einen Wartungsraum handelt, ist eine Sanierung aktuell nicht angezeigt, so die Bürgermeisterin. Die Schule sei informiert, dass man sich in diesem Raum nur so kurz wie möglich aufhalten darf. Die Lagerung von Material sei untersagt. Auch für diesen Raum soll eine Wiederholungsmessung zur Absicherung der Werte durchgeführt werden. Sollten diese weiter hoch sein, wäre zu überprüfen, ob für den Hausmeister ein Personen-Exposimeter hilfreich wäre.

Die Wiederholungsmessung ist von Oktober bis April 2022 geplant. Hierbei soll in weiteren Räumen im Untergeschoss, etwa im Aufenthaltsraum neben der Küche, und im Flur im Untergeschoss neben dem Kernzeitbetreuungsraum gemessen werden.