Indonesische Gerichte nach Familienrezepten

Gina Kutkat

Von Gina Kutkat

Di, 24. August 2021

Freiburg

Im Stühlinger hat das Restaurant "Makan Makan" eröffnet.

. In der Lehener Straße 49 hat das Restaurant "Makan Makan" eröffnet. Betreiber Jonas Schimelpfennig serviert indonesische Gerichte nach dem Rezept seiner indonesischen Mutter. Der familiäre Zusammenhalt spiegelt sich nicht nur auf der Speisekarte wieder, sondern zieht sich auch durch Atmosphäre und Konzept des Restaurants. Der Begriff "Makan Makan" drückt das aus: "Es ist ein Ausruf aus Indonesien, der die Familie zusammentrommelt ", sagt Jonas. "Lass uns essen" – so die freie Übersetzung.

Jonas Schimelpfennig hatte schon immer den Traum, sich mit einem Restaurant selbstständig zu machen. Der 26-Jährige ist ausgebildeter Hotelfachmann und arbeitete jahrelang in der Gastronomie: im Dattler in Freiburg, in der Sternenpost in Oberried, aber auch auf Sylt und auf seinen Reisen durch Asien. Seine Mutter Lamro Sidabalok kommt aus Sumatra in Indonesien und hat das Kulinarische in die Familie gebracht. Jahrelang hat sie Kochkurse gegeben und ihr Wissen über Geschmäcker und Gewürze an andere weitergegeben – auch an ihre Kinder. "Der Stellenwert von Essen ist in indonesischen Familien sehr hoch", sagt Jonas: "Gegessen wird nur gemeinsam." Das habe in seiner Jugend in Oberried zu ein paar Konflikten geführt, scherzt er.

Mittlerweile schätzt er die Traditionen und die Rezepte seiner Mutter. "Alles, was ich weiß, hab’ ich von ihr", sagt Jonas: "Mama hat das letzte Wort, was die Gerichte angeht." So geht ein Nasi Goreng im "Makan Makan" derzeit nur über die Theke, wenn Lamro Sidabalok ihren Segen gegeben hat. Ab September übernimmt Herodion Makulua das Kommando in der Küche. Der indonesische Koch, der auch in Bad Bellingen ausgebildet wurde, fand seinen Weg ins Restaurant über die hiesige Indonesien-Community.

Gemütliche Sitzecken, viele Spiegel, warme Hängeleuchten und der Holztresen strahlen ein einladendes Ambiente aus, während Stühle und Tische eher funktional sind: Auf 30 Quadratmetern soll sich jeder Gast wohlfühlen. 21 Leute haben im Restaurant Platz. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Asia-Imbiss wurden von Schimelpfennig innerhalb von zwei Monaten selbst renoviert und gestrichen.

Hausgemachte Frühlingsrollen mit selbstgemachtem Sambal Olek, Nasi Goreng (ab 8 Euro), Gemüse-Tofu-Curry (13 Euro) oder Tempeh-Goreng (15 Euro): Die Gerichte kommen aus Sumatra, der Heimatregion von Lamro Sidabalok. Typisch für ihre Region ist Rendang, ein scharfes Curry mit Rindfleisch, das mehrere Tage vor sich hinkochen muss. "Deswegen haben wir es noch nicht auf der Karte stehen", so Jonas. Das Team will sich erst mit einer kleinen Karte einpendeln, daher sind derzeit nur 14 Positionen besetzt. Auch Vegetarier werden fündig, die Frühlingsrollen (6 Euro) sind sogar vegan.

Frische Zutaten und regionale Produzenten sind Schimelpfennig wichtig: Die Hühnchen kommen vom Wehrlebauernhof in Oberried, auch mit der Metzgerei Färber gibt’s eine Zusammenarbeit. Die Speisen richten sich nach der Saison: Gibt’s kein Pak Choi, wird Kohlrabi verarbeitet. Die Weine kommen aus Sasbach, Freiburg und Oberbergen. Aus Indonesien kommt der "Oolong" ins Teeglas, eine Mischung aus Grünem und Schwarzem Tee. Kopi Kaffee ist nur was für süße Zungen: Er wird mit gesüßter Kondensmilch aufgegossen.