Interesse an neuer Gewerbeschau im Tal

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Fr, 15. November 2019

Münstertal

Mitglieder des Gewerbevereins haben aber Skepsis wegen großen Verkaufsraums und L 123-Bau.

MÜNSTERTAL. Kaum hatte die Versammlung des Gewerbe- und Handelsvereins am Mittwochabend begonnen, war sie auch schon zu Ende. Denn behandelt wurden gerade mal zwei Punkte: die bevorstehende offizielle Mitgliederversammlung am 8. Januar und die Frage, ob man im kommenden Jahr wieder eine Gewerbeschau organisieren sollte.

Auf der Sitzung im Januar werde ein neuer Vorstand gewählt, sagte der Vereinsvorsitzende Harald Sutter; er selbst werde für das Amt dann nicht mehr zur Verfügung stehen und sich zurückziehen, damit das Amt in jüngere Hände übergehen könne. Sutter war 2009 als Nachfolger von Altbürgermeister Karl Walz zum Vorsitzenden gewählt und 2014 im Amt bestätigt worden.

Etwas länger als die Ankündigung dieser Personalie dauerte die Debatte über das Ob und Wann einer Gewerbeschau im Jahr 2020. Eine spontane Umfrage, wer an dieser Veranstaltung in einer etwa 1000 Quadratmeter großen Halle des Belchen-Center teilnehmen würde, erbrachte unter den etwa 30 Anwesenden zunächst nur Interesse bei einem Dutzend Betrieben aus Münstertal; es herrschte Skepsis, ob sich der große Raum in der 100 Meter langen und zehn Meter breiten Halle überhaupt mit Ausstellern füllen lasse. Für Unsicherheit sorgte die Sanierung der L 123; während der Bauarbeiten ist vorgesehen, die Belchenstraße entlang des Belchen-Center zur Einbahnstraße zu machen – für die Präsentation von Autohäusern wäre dann kaum noch Platz. Allerdings steht im Moment noch nicht fest, wann diese Maßnahme greifen wird, weil der Fortschritt der Bauarbeiten auch vom Wetter abhängig ist. Die überwiegende Zahl der anwesenden Mitglieder war der Meinung, dass ein früher Termin den größten Erfolg bringen würde – vor allem, weil nach Ostern in Staufen die Veranstaltungen zum Stadtjubiläum beginnen und man auf diese Termine Rücksicht nehmen sollte. Nahezu einhellige Zustimmung fand der Vorschlag, Palmsonntag 5. April ins Auge zu fassen; dann ließe sich an diesem Datum auch ein verkaufsoffener Sonntag organisieren.

Wie zuletzt die Betreiber des Belchen-Center erfahren mussten, kann solch eine Verkaufsveranstaltung nicht einfach beschlossen werden. So musste der für den 20. Oktober geplante verkaufsoffene Sonntag rund um das Belchen-Center in Münstertal abgesagt werden. Bei der Gemeinde war zuvor eine Beschwerde gegen die Veranstaltung eingegangen. Die Gemeindeverwaltung verwies damals darauf, dass die Vorgaben des Ladenschlussgesetzes eine solche Veranstaltung nicht erlaubten; außerdem gebe es eine kommunale Satzung, wonach verkaufsoffene Sonntag an Feste oder Veranstaltungen im Ort geknüpft sein müssten. Die Veranstalter, Gewerbeverein und Belchen-Center, hätten mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, hätte die Veranstaltung stattgefunden. Damals hatte – statt der Sonntags-Veranstaltung – eine Aktionswoche stattgefunden, bei der den Kunden unter der Woche die gleichen Angebote gemacht wurden wie während der geplanten Sonntagsöffnung. Da im kommenden Jahr Gewerbeschau und verkaufsoffener Sonntag gleichzeitig stattfinden sollen, sieht man seitens des Gewerbe- und Handelsvereins keine Probleme voraus.