Bundeskongress in Freiburg

Interview über die Zukunft der Kunstsprache Esperanto

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Fr, 02. Juni 2017

Kultur

BZ-Plus Dre Pressesprecher des Deutschen Esperanto-Bundes, Louis von Wunsch-Rolshoven, spricht daüber, wie es mit Esperanto weitergeht. Heute beginnt in Freiburg der 94. Bundeskongress.

Zum Gespräch in Berlin kommt er auf einem Fahrrad, das Werbung für Esperanto macht. Das passt zu Freiburg, wo vom heutigen Freitag an in der Katholischen Akademie der 94. Deutsche Esperantokongress stattfindet. Bettina Schulte ließ sich von Louis von Wunsch-Rolshoven, dem Pressesprecher des Deutschen Esperanto-Bundes, erklären, warum der von dem jüdisch-russischen Arzt Ludwig Zamenhof 1887 erfundenen Kunstsprache die Zukunft gehört.

BZ: Herr Wunsch-Rolshoven, wie lernten Sie Esperanto kennen und lieben?
Wunsch-Rolshoven: Während meines Studiums in Bonn las ich am Schwarzen Brett einen Anschlag über Esperanto. Ich fand das spannend: eine Sprache, die einfach aufgebaut ist und die man schnell lernen kann. Nach dem Wechsel an die Uni Saarbrücken stieß ich wieder auf die Ankündigung eines Kurses in Esperanto. Ein Jahr später fuhr ich nach Italien und musste feststellen, dass man dort mit Deutsch, Französisch, Englisch nicht weit kommt. Ich hätte Italienisch lernen können, aber das hätte das Problem für Spanien oder Schweden nicht gelöst. So habe ich mich auf Esperanto besonnen.
BZ: Wie schnell kann man Esperanto lernen?
Wunsch-Rolshoven: Ziemlich schnell. Nach 25 Stunden konnte ich die Sprache einigermaßen sprechen. Dazu muss ich fairerweise sagen, dass ich Latein und Griechisch in der Schule hatte und damit ganz gute Voraussetzungen. Aber jeder, der wenigstens eine Fremdsprache kann, lernt Esperanto in 50 Stunden, ...

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