Ipads kommen, Tafel bleibt

Hannah Fedricks Zelaya

Von Hannah Fedricks Zelaya

Fr, 15. November 2019

Friesenheim

Die Gemeinde Friesenheim will Fördermittel nutzen, um für Schulen Smartboards und iPads zu kaufen.

FRIESENHEIM. Die Friesenheimer Schulen werden mit Smartboards und iPad-Klassensätzen in den kommenden zwei Jahren digital aufgerüstet. Finanziert werden die Ausgaben von 508 700 Euro größtenteils durch Mittel von Land und Bund. Der Gemeinderat soll kommenden Montag die Anschaffungen und die Beantragung der Zuschüsse beschließen.

Noch ist die Ausstattung an den einzelnen Friesenheimer Schulen sehr unterschiedlich. Das soll sich ändern, dafür haben die Schulen in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam ein Medienentwicklungskonzept erarbeitet – das ist Voraussetzung, um die Bundesmittel aus dem Digitalpakt zu bekommen. Gemeindeweit soll damit ein einheitliches System an den Schulen etabliert werden. So soll sichergestellt werden, dass alle Schüler und Schülerinnen die gleichen Voraussetzungen haben und Schulübergänge einfacher werden. Außerdem vereinfacht es die Administration und Wartung der Geräte. Dafür will Friesenheim in den kommenden drei Jahren 508 700 Euro investieren, 140 397 Euro davon kämen vom Land, 266 000 Euro über den Digitalpakt vom Bund.

Vielseitigkeit war ein wichtiger Auswahlaspekt

Wichtig bei der Auswahl der Medienausstattung sei die Vielseitigkeit gewesen, heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat. Daher werden nun in allen Schulen Smartboards, interaktive Tafeln, die mit Berührungen steuerbar sind, und iPads angeschafft. "Das iPad vereinigt Funktionen verschiedener Geräte auf sich, kann beispielsweise als Kamera, Overhead-Projektor oder zur Aufnahme von Audio- und Video-Dateien eingesetzt werden", so die Vorlage. Damit wollen die Schulen aber ausdrücklich keine Tablet-Klassen schaffen, sondern eine "sinnvolle Ergänzung der Medienausstattung".

Auch die klassischen Tafeln sollen nicht von Smartboards verdrängt, sondern beibehalten werden. Außerdem sollen 2020 die Grundschulen Friesenheim und Heiligenzell sowie die Real- und Werkrealschule flächendeckend mit stabilem WLAN versorgt sein.

Bei der Bildungsplanreform 2016 ist unter anderem die "Leitperspektive Medienbildung" eingeführt worden. Medienthemen wie Mediengesellschaft, Jugendmedienschutz, Information, Persönlichkeits- und Datenschutz sollen in den Unterricht einfließen. Dafür müssen bestimmte Grundvoraussetzungen gegeben sein: Breitbandanschluss, stabile WLAN-Infrastruktur, mobile Endgeräte sowie qualifizierte Lehrkräfte. Bestimmte Lerninhalte wie die IT-Grundausbildung oder das Erlernen von Programmiersprache sollen ebenfalls nicht unter den Tisch fallen. Um die digitale Infrastruktur an Schulen zu stärken, hat der Bund im Digitalpakt fünf Milliarden Euro vorgesehen. Wie viel die Gemeinden jeweils davon abrufen können, hängt von den Schülerzahlen ab. Für Friesenheim wäre die Höchstsumme an Fördermitteln 439 200 Euro.