Neue Leitung

Isteiner Kalkwerk auch nach Leitungswechsel auf Wachstumskurs

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

Fr, 20. November 2020 um 18:03 Uhr

Efringen-Kirchen

Zacharias Grote löst Oliver Arts ab, der das Isteiner Kalkwerk vier Jahre lang geleitet hatte. Ein Sparprogramm müssen die Beschäftigten mit dem Wechsel zum Dezember nicht befürchten.

Ab Dezember hat das Lhoist-Kalkwerk einen neuen Leiter: Zacharias Grote löst Oliver Arts ab, der das Werk vier Jahre lang geleitet hatte. Arts will sich neuen Aufgaben widmen und verlässt die international tätige Lhoist Gruppe. Auch nach dem Wechsel stehen die Zeichen in Istein auf Wachstum.

"Es war eine spannende, eine intensive Zeit", sagte der 38-jährige Oliver Arts beim Pressegespräch am Freitag. Seit Anfang 2017 hatte der studierte Maschinenbauer das Isteiner Werk geleitet. Dazu gehöre etwa die Erschließung eines neuen Abbruchgebiets, was auch für ihn Neuland gewesen sei. Oder die Übernahme zweier Mischanlagen von der Firma Saint-Gobain Weber im Jahr 2018. Diese ermöglichen es, dass große und kleine Kunden individuell mit Kalk angereicherte Produkte bestellen können, ob einzelne Säcke oder ganze Lkw-Ladungen.

Größter privater Arbeitgeber der Gemeinde

Die meisten der Kunden kämen aus der Industrie, wo etwa Stahl-Kalk-Gemische gefragt seien. Im Dezember 2019 wurde eine "Akdolit-Anlage" in Betrieb genommen, mit der Kalkstein-Filteranlagen für Trink- und Bodenwasser produziert werden. In den vergangenen vier Jahren sei die Belegschaft des Unternehmens von etwas über 90 auf etwas mehr als hundert Mitarbeiter gewachsen, berichtete Oliver Arts. Das Kalkwerk ist der größte privatwirtschaftliche Arbeitgeber in Efringen-Kirchen. Die Zusammenarbeit mit Behörden und der Gemeinde habe stets gut funktioniert.

"Nach vier Jahren möchte ich eine neue Herausforderung außerhalb des Werks suchen." Oliver Arts
"Nach vier Jahren möchte ich eine neue Herausforderung außerhalb des Werks suchen", sagt Arts, der erst kürzlich seinen Wohnsitz nach Efringen verlegt hatte. Er werde der Gemeinde als Bürger erhalten bleiben, so Arts. Zu seinem weiteren beruflichen Wirken dürfe er aktuell keine Angaben machen. Ob er sich weiter im lokalen Gewerbeverein engagieren wird, ließ Oliver Arts zunächst offen.

Isteiner Werk konzentriert sich auf Zukunftsmärkte

"Ich freue mich total, hier zu sein", sagte Zacharias Grote, der noch diesen Monat von Arts eingearbeitet wird und nebenbei auch seinen eigenen Nachfolger einarbeitet. Bislang leitete Grote das zweitgrößte deutsche Lhoist-Werk mit 180 Mitarbeitern im nordrhein-westfälischen Menden. Das Isteiner Werk ist Grote aus seiner Tätigkeit für Lhoist schon länger bekannt. Das Isteiner Werk sei zwar nicht das größte, aber "das schönste und eines der spannendsten und komplexesten unserer Werke".

Spannend sei das Isteiner Werk deshalb, weil es sich nicht nur auf den Abbau und das Brennen von Kalkstein, sondern auch auf Zukunftsmärkte wie die Trinkwasser-Industrie und Mischprodukte konzentriere. Diese nähmen in der langfristigen Strategie der Lhoist Gruppe eine zentrale Rolle ein. Dass 2019 die Akdolit-Anlage in Istein in Betrieb genommen wurde, ist laut Grote ein deutliches Signal dafür, dass die Unternehmensgruppe im Isteiner Werk Zukunft sieht. Die Zeichen stünden in Istein eher auf Wachstum als auf Schrumpfung, versicherte Grote. Da er mitten in der Übergabe stecke, sei es für eine konkrete Agenda noch zu früh.

Der neue Leiter freut sich auf die neue Heimat

Zacharias Grote ist verheiratet, hat einen Sohn und will nun mit der Familie ins Dreiländereck ziehen. Da seine Frau Französin ist, verlegt die Familie den Wohnsitz aber auf die französische Seite. Der 43-jährige gebürtige Berliner hat in Berlin, Regensburg und Bordeaux Chemie studiert und in Lausanne promoviert. 2015 kam er zur Lhoist-Gruppe.

Die Freude über den bevorstehenden Umzug war ihm am Freitag anzumerken, auch wegen der Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung: Grote ist begeisterter Sportkletterer und Skifahrer. Beim Gespräch dabei war Christian Zöllner, der für alle deutschen Werke zuständige Leiter für Politik und Bürgerdialog. Dass die Kalkwerke größtenteils vom Lockdown verschont geblieben seien, unterstreiche die Systemrelevanz der Branche, sagte er.