Janosch Brugger WM-Siebter im Skatingsprint

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mo, 02. März 2020

Skilanglauf

Lenzkircher zeigt zum Start der U23-Weltmeisterschaft bestes Rennen des Jahres und hat jetzt "Bock auf den Klassiker" am Dienstag.

OBERWIESENTHAL. Das ist mehr als ein Mutmacher: Mit Rang sieben im Skating-Sprint startete Langläufer Janosch Brugger am Sonntag in Oberwiesenthal in seine letzte U-23-Weltmeisterschaft. Der für die WSG Schluchsee startende Lenzkircher verpasste das Finale nur knapp und übertraf damit seine eigenen Erwartungen deutlich. Im Prolog über die 1,3 Kilometer lange selektive Strecke qualifizierte sich der 22-Jährige als Zwölfter unter 71 Startern aus 28 Nationen locker für das Viertelfinale der schnellsten 30.

In 2:30,0 Minuten lag er 5,4 Sekunden hinter Prologsieger Jules Chappaz (Frankreich) und nur 0,1 Sekunden hinter Richard Leupold (Dresden), der auf Rang elf bester der drei deutschen Männer war. In den fünf Viertelfinalläufen erwischten die Starter unterschiedliche Bedingungen. Der unerwartete, teilweise starke Schneefall zu Beginn, der schnelles Fortkommen erschwerte, ließ nach und hatte ganz aufgehört, als Janosch Brugger im letzten Heat an der Reihe war. Vom sechsten und letzten Platz nach dem Start arbeitete er sich stetig nach vorn und sicherte sich mit dem stärksten Finish in 2:43,07 Minuten den Sieg vor dem Schweizer Janik Riebli (2:43,21) und dem Franzosen Arnaud Chautemps (2:43,65), der als "Lucky Loser" ebenfalls noch ins Halbfinale kam.

Dort trafen die drei auf den Norweger Vebjörn Hegdal, den Russen Denis Filimonow und den Schweden Gustav Aflodal. Nachdem Prologsieger Chappaz, Sprint-Juniorenweltmeister 2019, nach dem zweiten Fehlstart in seinem Viertelfinallauf disqualifiziert worden war, galt der 22-jährige Hegdal als Favorit auf den WM-Titel - zurecht, wie sein späterer Sieg vor dem Italiener Mattia Armellini und seinem Landsmann Harald Östberg Amundsen zeigen sollte.

Brugger blieb bei seiner Taktik. Er hielt sich zunächst zurück und stürmte am letzten langgezogenen Anstieg vor der Brücke ins Stadion auf Rang drei vor. Doch diesmal reichte seine imponierende Aufholjagd trotz der erneut höchsten Endgeschwindigkeit nicht ganz: Hegdal rettete 0,56 Sekunden, Filimonow genau eine halbe Sekunde Vorsprung vor dem Schwarzwälder ins Ziel. Bruggers 2:38,93 Minuten reichten nicht fürs Finale, weil Richard Leupold als Dritter und auch der Vierte Armellini im schnelleren ersten Halbfinale bessere Zeiten vorgelegt hatten. "Schade", kommentierte Janosch Brugger im Telefonat mit der BZ den so knapp verpassten Endlauf. "Wenn ich zwei Sekunden früher angetreten wäre", hätte er die Lücke zum Führungsduo noch schließen können, sagte er bedauernd - "die Power war perfekt da" und seine Ski liefen hervorragend. Doch insgesamt war der Lenzkircher sowohl mit seiner Leistung als auch mit Rang sieben direkt hinter Finalist Richard Leupold richtig zufrieden. "Platz zwölf wäre cool", hatte der Sprint-Juniorenweltmeister von 2017 im Vorfeld gedacht. Dass er zum Auftakt der U-23-WM vor vielen begeisterten Zuschauern – "mehr als bei manchen Weltcups" – "mit Abstand das beste Rennen in diesem Jahr" zeigte, stimmt ihn zuversichtlich.

Die Vorfreude auf sein "Hauptrennen" am Dienstag, die 15 Kilometer in seiner bevorzugten Technik, hat sich dadurch noch intensiviert. "Ich bin voll fokussiert auf den Klassiker, ich hab' Bock drauf", verrät Janosch Brugger angriffslustig. Falls er Richtung Medaillenziel in der Endphase des Rennens noch zu viele Konkurrenten vor sich haben sollte, weiß er jetzt auch, wo er zwei Sekunden früher seinen Turbo zünden sollte.