"Jetzt geht es nicht mehr nur um Tausend Euro"

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Sa, 20. Juli 2019

Neuried

NEU IM GEMEINDERAT: Manfred Osswald (FWV) ist überwältigt über die hohe Stimmenzahl, mit der er gewählt wurde.

NEURIED-MÜLLEN (has). Dank der unechten Teilortswahl hat Müllen im Neurieder Gemeinderat einen Sitz mit Stimmrecht sicher. Lange Zeit war dies Bernd Stocker, zuletzt Roland Stoll (beide CDU). Jetzt hat diesen Sitz Manfred Osswald (FWV) ergattert und vertritt den kleinsten Neurieder Ortsteil neben Ortsvorsteherin Hilde Wurth-Schell (UL), die allerdings kein Stimmrecht hat.

Osswald ist mit einer für Müllen sehr hohen Stimmenzahl gewählt worden, was ihn doch sehr überrascht hat: "Ich war überwältigt", sagt der 55-Jährige, der seit einer Wahlperiode auch schon im Ortschaftsrat sitzt. "Da müssen viele Stimmen aus den anderen Ortsteilen gekommen sein." In Müllen selbst erhielt er die meisten Stimmen, wie schon vor fünf Jahren; einen Anspruch auf den Ortsvorsteher-Posten hat er indes daraus nicht abgeleitet. "Die Hilde macht das sehr gut. Sie ist hier vor Ort, das ist für das Dorf optimal und die viel bessere Lösung." Vor fünf Jahren habe er zwar schon mal überlegt, ob er das machen könne, sei aber recht schnell zu dem Ergebnis gekommen: "Ich habe einfach die Zeit nicht."

Manfred Osswald ist in Müllen aufgewachsen und wohnt wieder – nachdem er mit seiner Frau zwischendurch mal woanders lebte – in seinem Elternhaus. "Müllen ist meine Heimat, mein Eckpfeiler", sagt er. So manche Stimme mag ihm seine Familie eingebracht haben.

"Mein Vater hatte eine Baufirma und war in allen Vereinen", sagt Manfred Osswald, der selbst das Maurerhandwerk gelernt hat und heute als Vorarbeiter in einer Baufirma in Willstätt große Projekte wie Industriebauten oder Mehrfamilienhäuser umsetzt.

Die 19-jährige Tochter Ann-Kathrin hat Handball gespielt, beim TuS Altenheim ein freiwilliges soziales Jahr geleistet und kümmert sich heute um die Senioren-Gymnastik in der Lindenfeldhalle in Dundenheim. Der 15-jährige Sohn Matteo spielt in Altenheim Fußball. Und er selbst spielt regelmäßig im Darts-Club "Die AH" in der Wunderbar in Altenheim.

Die erste Sitzung im Gemeinderat hat er schon hinter sich und gleich gemerkt: Das ist eine Nummer größer als das, mit dem er sich bisher im Dorf beschäftigt hat. "Die Zahlen verändern sich enorm. Jetzt geht es nicht mehr um Tausend Euro, sondern oft gleich um Millionen. Da tue ich mich ein bisschen schwer." Für ihn ein ganz wichtiges Thema ist der Flächenverbrauch: "Der ist bei uns und auch andernorts zu hoch. Dem müssen wir Einhalt gebieten und drosseln." Gerade bei diesem Thema müsse man langfristig und an die folgenden Generationen denken. Für das kleine Baugebiet an der Kirche hofft er, dass es durch die Vergabe der Grabungsarbeiten noch zu einem guten Ende kommt. "Das müssen wir jetzt schon umsetzen. Sonst hätten wir die teuerste Wiese im Kreis."