Jetzt übernimmt der Skiclub

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Do, 20. Februar 2020

St. Märgen

Pächterwechsel: Der Radsportverein Bike Arge gibt die Pflege und Instandhaltung der St. Märgener Mountainbikestrecke ab.

ST. MÄRGEN. Der Pächterwechsel für den Mountainbike-Parcours von St. Märgen ist besiegelt. Vorbehaltlich der Kündigung des Pachtvertrags zwischen der Gemeinde und dem Radsportverein Bike Arge wird der Skiclub St. Märgen in den kommenden zehn Jahren als Betreiber der Bike-Arena fungieren. Das beschloss der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Dienstagabend nach längerer Diskussion einstimmig.

"Im Jahr 2003 haben wir die Mountainbike-Strecke in enger Zusammenarbeit mit dem RSV als Pilotprojekt gebaut", sagte Bürgermeister Manfred Kreutz. Die Strecke sei nun in die Jahre gekommen und der Skiclub nutze sie seit zwei, drei Jahren für seine Nachwuchsrennfahrer als Trainingsgelände und für Rennveranstaltungen.

"Der Radsportverein hat nicht mehr so viele Aktive, viele sind zum Skiclub abgewandert", so der Bürgermeister. Insgesamt habe der SC inzwischen rund 50 Kinder und Jugendliche in seiner Radsportabteilung, die unter fachlicher Anleitung trainieren und aktiv an Rennen teilnehmen würden.

"Das Erscheinungsbild der MTB-Strecke ist nicht optimal. Um das Ganze für die Zukunft neu zu gestalten, will der Skiclub die Verantwortung für den Parcours übernehmen", fügte Kreutz hinzu. Der Radsportverein als derzeitiger Pächter habe bereits zu erkennen gegeben, dass er bereit sei, den bestehenden Vertrag mit der Gemeinde zu kündigen.

Dies sei möglich, weil vertraglich geregelt ist, dass der Pächter ein Sonderkündigungsrecht habe. "Wir wollen das Gelände wieder in Vereinshand geben. Und der Skiclub ist bereit, diese Aufgabe zu übernehmen." Der Skiclub wolle, so habe ihm der Bike-Sportwart Bernd Faller mitgeteilt, die Strecke wieder auf Vordermann bringen, um seinem Nachwuchs eine Trainingsmöglichkeit zu bieten.

Um die notwendigen Pflegearbeiten wie Mähen und Freifräsen des Parcours durchführen zu können, beantragte der Skiclub einen jährlichen Zuschuss von 1500 Euro von der Gemeinde. "Das ist schon ein stattlicher Betrag", fand Gemeinderat Thomas Mark. Dem hielt der Bürgermeister entgegen, dass das Gelände neben dem Sportplatz eine feste Einrichtung der Gemeinde sei, die durch den Bauhof gepflegt werden müsse.

"Das will der Skiclub nun in Eigenregie für uns erledigen, zudem die festen Einrichtungen wie die Trainingsbrücke und das Häuschen warten", so Kreutz. Sicherlich könne die Gemeinde Geld nicht mit der Gießkanne ausschütten.

Für die erforderlichen Pflegemaßnahmen des Sportgeländes sei das aber in diesem Fall angezeigt.

"Die Strecke ist öffentlich

für alle nutzbar."

Gemeinderat Stefan Saier
"Ich finde 1500 Euro keinen so Wahnsinnsbetrag, wenn der Skiclub die Pflege übernimmt und die Gemeinde entlastet", sagte Thomas Simon und erhielt Unterstützung von Christian Willmann: "Der Skiclub hat wohl die größte Jugendabteilung, deshalb ist dieser Betrag schon gerechtfertigt." Außerdem sei die Strecke bei ausgerichteten Wettkämpfen ein Anziehungspunkt für viele Mountainbiker – nicht nur aus der Region. "Das ist für die Gemeinde ein Werbeaushängeschild", so Christian Willmann. Und Stefan Saier hob hervor: "Die Strecke ist öffentlich für alle nutzbar, deshalb ist eine Pflege unumgänglich. Es ist zu begrüßen, dass das jetzt der Skiclub übernimmt."

SC-Sportwart Bernd Faller machte nach Nachfrage in der Sitzung deutlich, dass der Pflegeaufwand für das Gelände schon erheblich sei. "Wir müssen jährlich drei bis vier Mal mähen und vor unseren Rennveranstaltungen zusätzliche Arbeiten erledigen", sagte er.

Dazu bedürfe es nicht nur der Manpower, sondern auch des Einsatzes von Arbeitsgeräten. "Wir wollen das Gelände in einem ordentlichen Zustand", sagte Bernd Faller und wies darauf hin, dass die Kinder und Jugendlichen der Abteilung durch die regelmäßige Pflege der Strecke auch geschützt werden. "Im vergangenen Jahr hatten wir große Probleme mit Zecken. Das kann man minimieren durch eine regelmäßige Mähpflege", berichtete Bernd Faller.

Gemeinderat Klaus Faller regte an, die Brücke anders zu gestalten. "Der Betonklotz ist nicht gerade ein Hingucker. Vielleicht könnte man die Brücke mit den Wappen der Gemeinde und des Skiclubs bemalen."

Das sah Bürgermeister Manfred Kreutz allerdings skeptisch. "In dieser langgestreckten Kurve dürfen Werbebanner oder Ähnliches nicht angebracht werden, um die Verkehrsteilnehmer nicht abzulenken." Denkbar sei aber sicherlich, die Brücke vielleicht mit Holz zu verkleiden. "Das wäre optisch schon eine gute Maßnahme."