Triathlon

Jörg Kult aus Weil am Rhein ist beim Iron Man auf Hawaii gestartet

Elena Borchers

Von Elena Borchers

Sa, 02. November 2019 um 10:58 Uhr

Weil am Rhein

Nach elf Stunden und 33 Minuten kam er ins Ziel. Schon die Teilnahme war der große Traum von Jörg Kult. "Der Zieleinlauf war unvorstellbar", berichtet er.

Einmal am legendären Iron Man auf Hawaii teilnehmen – das war der große Traum von Jörg Kult. Und er hat ihn sich erfüllt. Am 12. Oktober startete der 52-jährige Maler- und Lackierermeister aus Weil am Rhein beim ältesten Triathlon der Welt über die Langdistanz, nachdem er sich zuvor in Irland qualifiziert hatte.

"Es war beeindruckend, noch viel besser, als ich gedacht hatte", erzählt Kult, der sich nach dem harten Wettkampf noch ein paar Tage mit seiner Familie auf Hawaii entspannt hat und nun wieder zu Hause ist. In elf Stunden und 33 Minuten schwamm er 3,9 Kilometer, radelte 180 Kilometer und lief 42 Kilometer – etwas langsamer als seine Bestzeit, aber das spielt für den 52-Jährigen keine Rolle. "Für mich war das wichtigste, ins Ziel zu kommen", sagt er. Und das hat er geschafft, obwohl die Bedingungen herausfordernd gewesen seien.

Bei Temperaturen um die 32 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit startete der Triathlon mit dem Schwimmen. "Ich bin noch nie bei einem Wettkampf im Meer geschwommen, das Schwierigste war, sich zu orientieren", erinnert sich Kult. Dennoch ist er mit seiner Schwimmleistung zufrieden, nach einer Stunde und 20 Minuten stieg er aufs Fahrrad um. Eigentlich seine Lieblingsdisziplin, doch der starke Wind machte ihm zu schaffen.

Ab Kilometer acht kamen die Krämpfe

Nach fünf Stunden und 40 Minuten trat er die letzte Disziplin an, den Marathon. Und da wurde es richtig hart. "Ab Kilometer acht hatte ich ständig mit Krämpfen in den Beinen zu kämpfen." Immer wieder musste Kult zwischendurch gehen. "Doch aufgeben war keine Option." Für diesen Durchhaltewillen wurde er im Ziel gebührend belohnt. "Der Zieleinlauf war unvorstellbar: ein riesiges, jubelndes Publikum, die gute Betreuung", erinnert sich Kult, "es war schon sehr emotional."

Der ganze Druck, der sich in den Wochen vor dem Wettkampf aufgestaut hatte, fiel von ihm ab, als ihn zwei Betreuer mit Getränken und Handtüchern in Empfang nahmen. Die körperlichen Schmerzen blieben etwas länger. "Nach ungefähr einer Woche ging es mir wieder richtig gut", erzählt Kult und lacht.

Ob einmal Hawaii reicht...?

Die deutschen Iron-Man-Sieger, Jan Frodeno und Anne Haug, hat er übrigens immer wieder mal gesehen, gesprochen habe er aber nicht mit ihnen. Dafür lernte Kult viele Sportler aus der ganzen Welt kennen.

Nun will er erst einmal ein Jahr Pause machen – obwohl Pause nicht die richtige Bezeichnung ist. "Ich möchte keine Langdistanzen machen, aber zwei bis drei Triathlons über die Mitteldistanz und den Berlin Marathon." Und danach? "Eigentlich dachte ich ja, einmal Hawaii reicht, aber wer weiß ...", sagt Kult lachend.