Jung und Alt an einem Tisch

Stefan Ammann

Von Stefan Ammann

Fr, 10. Juli 2020

Bad Säckingen

Gemeinderat billigt die Pläne für die Tischgemeinschaft in Harpolingen / Küche im Gemeindesaal soll mit Fördermitteln saniert werden.

. Der Bürgerverein "Daheim in Harpolingen" will aus seinem bislang 14-tägigen Essensangebot einen täglichen Mittagstisch machen. Dafür muss die marode Küche im Harpolinger Gemeindesaal umfassend saniert werden (BZ berichtete). Der Bad Säckinger Gemeinderat hat nun die Pläne gebilligt und seine Unterstützung für einen Fördermittelantrag bekundet.

Bislang gibt es in Harpolingen alle zwei Wochen ein "Essen im Dorf" an dem durchschnittlich 20 Senioren teilnehmen, erklärte Ortsvorsteher Torsten Weimer. Die Speisen werden von Gasthäusern in der Umgebung bezogen. Laut Weimer gebe es aber 30 bis 40 Interessenten – darunter zehn Kinder – für ein tägliches Mittagessen. In der Startphase soll die Tischgemeinschaft drei Tage pro Woche stattfinden. Bei entsprechender Nachfrage kann das Angebot auf alle fünf Werktage erweitert werden.

Rund 100 000 Euro würde eine neue Küche kosten, die modernen Hygienestandards genügt. Darin könnten die Vereinsmitglieder dann auch selbst Speisen zubereiten. Die Planungskosten in Höhe von rund 3000 Euro können aus dem Budget des Ortschaftsrats finanziert werden. 14 000 Euro will der Bürgerverein aus Spenden und Eigenmitteln einbringen. Der Löwenanteil von 85 000 Euro soll über eine Förderung durch das Programm "Quartierimpulse" der Allianz für Beteiligung eingeworben werden. Die Stadt müsste lediglich den Gemeindesaal unentgeltlich für den Mittagstisch zur Verfügung stellen.

Ortsvorsteher Weimer betonte, dass das Projekt selbst dann noch realisierbar sei, wenn nicht der volle Förderbetrag fließen würde. Die Harpolinger seien bereit Eigenleistungen bei der Küchensanierung einzubringen: "Der eine oder andere schwingt sicher Mal den Pinsel."

Bei so viel Bürgerengagement und Eigeninitiative gab es im Gemeinderat am Ende einhellige Zustimmung zu den Plänen. Rippolingens Ortsvorsteher Franz Stortz sicherte ebenfalls seine volle Unterstützung für das Projekt zu, denn am Essen in Harpolingen nehmen auch Bürger aus dem Nachbardorf teil. "Die Dörfer haben nur dann eine Chance, wenn sie zukünftig noch mehr zusammenarbeiten", betonte Storz.

Die ambitionierten Pläne des Harpolinger Bürgervereins erschöpfen sich jedoch nicht in einer neuen Gemeindesaal-Küche. Das Entwicklungskonzept sieht vor, dass wenn die Tischgemeinschaft erst einmal etabliert ist, zukünftig in diesem Rahmen auch noch eine Kinderbetreuung im Dorf angeboten werden könnte. Ein weiterer Punkt auf der Wunschliste: der Anbau eines barrierefreien Speiseraums. Auch bei diesem Thema will sich der Bürgerverein um die Finanzierung durch Fördermittel kümmern.