Max-Liebling-Haus

Junge Handwerker aus Südbaden renovieren Weltkulturerbe in Tel Aviv

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Fr, 24. Mai 2019 um 15:50 Uhr

Wirtschaft

BZ-Plus Das Max-Liebling-Haus in Tel Aviv ist ein Zeugnis für das besondere Verhältnis zwischen Deutschland und Israel. Jetzt soll es zu einem Ort der Begegnung für Handwerker und Architekten werden.

Von dem feinporigen, grauen Bimsstein nimmt kaum jemand Notiz. Warum auch? Das Material, wegen seiner Dämmfähigkeit geschätzt, findet sich in vielen Gebäuden. Im 1936 in Tel Aviv errichteten Max-Liebling-Haus kommt dem ziemlich gewöhnlichen Baustoff aber eine besondere Bedeutung zu. Ohne das 1933 geschlossene und bis heute höchst umstrittene Haavara-Abkommen zwischen der Zionistischen Weltorganisation, deren deutscher Vertretung und dem Reichswirtschaftsministerium wäre der Stein nie von Deutschland in den Nahen Osten gekommen. Im Rahmen des Abkommens zahlten auswanderungswillige deutsche Juden ihr Vermögen auf ein Konto einer Transferbank in Deutschland ein. Mit dem Geld kauften dann Importeure aus dem damaligen Palästina Waren in Deutschland, die später im Einfuhrland verkauft wurden, wie das Onlineportal Zukunft braucht Erinnerung schreibt. Die Erträge flossen nach Abzug der Kosten an die jüdischen Auswanderer – zumeist ein Verlustgeschäft. Auf diese Weise gelangte der Bimsstein aus dem Nazireich nach Tel Aviv, wo sich Juden aus Deutschland eine neue Existenz aufbauen wollten.

"Zuhause würden wir das wohl eher mit der Rolle machen" Pirmin Kenk Das Max-Liebling-Haus, benannt nach seinem Erbauer, einem jüdischen ...

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