BZ-Portrait

Junger Flüchtling startet neues Leben in Freiburg

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

Sa, 16. August 2014 um 16:42 Uhr

Südwest

Vor fünf Jahren floh Elias aus dem Irak. In Freiburg hat er die Bomben hinter sich gelassen. Hier kann er sein Lebensziel erfüllen: einen Schulabschluss und Berufsausbildung.

Elias Dakhil Naser schaut seinen Chef fragend an. "Du kannst mal Kartoffeln kochen", ruft ihm der stellvertretende Küchenchef Toni Müller durch das Klappern von Kellen und das Scheppern von Töpfen zu. Ausgerechnet Kartoffeln. Zügig läuft Elias zum Regal, vorbei an den in kochendem Wasser tanzenden Spätzle, schlängelt sich an seinen Kollegen vorbei, zieht einen bauchigen Topf hervor, stellt ihn konzentriert auf den Gasherd und zieht den langhalsigen Wasserhahn über den Topf, um Wasser einlaufen zu lassen. Jeden noch so kleinen Tropfen, der daneben geht, putzt er sofort mit einem Tuch auf. "Ich will alles gut machen", sagt Elias. Jede noch so banale Arbeit.
Elias ist Iraker. Er macht ein Praktikum im Hotel Rappen am Freiburger Münsterplatz. Beste Lage, badische Küche. Eine Ausbildung zum Koch ist sein Traumziel. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung wäre eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland in greifbarer Nähe. Und damit wäre auch die Gefahr einer Abschiebung in den Irak gebannt.
Geduldet sein heißt, nur eingeschränkt arbeiten zu dürfen
Seit mehr als vier Jahren lebt Elias nun schon in Deutschland. Zunächst als Flüchtling, seit 2011 ist er geduldet. Der 23-Jährige hat einen Pass, auf dem "Aussetzung der Abschiebung" steht. Dahinter, in Klammern, das Wort Duldung. Rechts daneben ein älteres Bild von Elias. Die Backen noch runder. Unter seinem Bild der dazugehörige Name "Elais". Der Buchstabendreher steht seit 2011 auf dem Dokument, das er alle drei Monate bei der Ausländerbehörde erneuern lassen muss.
In Deutschland geduldet zu sein – das heißt, nur eingeschränkt arbeiten zu dürfen. Für die ersten zwölf Monate gilt ein Arbeitsverbot, die folgenden drei Jahre ein "nachrangiger Zugang" zum Arbeitsmarkt. Das bedeutet, dass der Geduldete für den Arbeitsplatz einen Antrag stellen muss, bei dem geprüft wird, ob in dem Bereich ein Mangel an Fachkräften herrscht. Kann die Arbeit nicht von einem Deutschen, einem ...

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