Kampf unter Wasser

Marion Klötzer

Von Marion Klötzer

Sa, 08. Juli 2017

Neues für Kinder

Beim Unterwasserrugby wird auch mal geschubst und hart zugepackt, vor allem aber gespielt.

Freitagabend im Springerbecken des Haslacher Bades in Freiburg: Hier trainieren Mitglieder des örtlichen Tauchclubs zwei Mal wöchentlich Unterwa sser-Rugby, kurz UWR. Ist Rugby nicht dieses Spiel, bei dem sich zwei Mannschaften um einen eiförmigen Lederball kloppen, wobei es jede Menge Gedrängel und Gerangel gibt? Wie bitte kann man das unter Wasser spielen?

Stollenschuhe und Zahnschutz tragen die neun Spielerinnen und Spieler, die sich gerade warm machen, jedenfalls nicht. Stattdessen haben sie Schwimmflossen, Taucherbrillen mit Schnorchel und Bademützen mit Nummern. Ihre Ohren werden von Polstern geschützt, damit bei einem Schlag unter Wasser nicht das Trommelfell platzt. Tore gibt es auch: Die sehen aus wie Metallpapierkörbe und stehen in fünf Meter Tiefe auf dem Beckenboden an der Wand. Da muss der Ball rein! Der ist aus Gummi, etwa so groß wie ein Handball und mit Kochsalzlösung gefüllt. Dadurch ist er schwerer als Süßwasser und sinkt zu Boden.

Auf Kommando stürzen sich die beiden Mannschaften von den gegenüberliegenden Beckenrändern auf den Ball und in die Tiefe. Von oben sieht das aus wie ein Rudel Seehunde auf Tauchgang: Flossen wedeln, es spritzt und sprudelt – und dann ist Stille. Nur ein Knäuel schwarzer Schatten lässt sich durch die Wasseroberfläche erahnen, vom eigentlichen Spiel sieht man vom Beckenrand aus nichts. Deswegen gibt es bei wichtigen UWR-Turnieren nicht nur drei Schiedsrichter mit elektronischer Hupe und Sauerstoffflasche, sondern für die Zuschauer auch Unterwasserkameras.

Nach ein paar Minuten kommen die Spieler schnaufend und nach Luft schnappend wieder nach oben. "Unterwasser-Rugby ist anstrengend, aber toll: Es ist die einzige Sportart im dreidimensionalen Raum", meint Leonie Schäfle. Das heißt, die Spieler bewegen sich nicht nur auf der Fläche, sondern schwimmen auch im Raum unter- und übereinander durch.

Leonie ist 15 Jahre alt, eine echte Wasserratte und trainiert seit fast drei Jahren. "Man muss Ausdauer haben, schnell und wendig sein. Und man braucht ein gutes Auge, um seinen Mitspielern den Ball im richtigen Moment möglichst exakt zuzupassen", erzählt sie. Das ist unter Wasser gar nicht einfach, wiegt der Ball doch locker dreieinhalb Kilo: Da ähnelt ein Wurf einem Kugelstoß. "Geredet" wird beim Spiel übrigens mit Zeichensprache. Obwohl UWR ein "körperbetonter Kontaktsport" ist, gibt es feste Regeln: Schlagen, treten, ziehen an der Ausrüstung ist verboten – fast alles andere ist erlaubt. Ist ja schließlich Rugby! Mehr Infos: http://www.tauchclub-freiburg.de