Kandidat stellt sich vor

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Do, 28. April 2022

Todtmoos

Freie Wähler Todtmoos haben Marcel Schneider zu Gast / Zweiter Bewerber ums Bürgermeisteramt.

Bis Mittwoch war Bürgermeisterkandidat Marcel Schneider der einzige Herausforderer von Amtsinhaber Janette Fuchs. Daher war er die Hauptfigur in der Hauptversammlung der Freien Wähler (FW) Todtmoos. Aufgrund einer Satzungsänderung können junge Erwachsene jetzt kostenlos Mitglied bei den Freien Wählern werden. Michael Schmitz referierte über die Arbeit im Gemeinderat.

. Vorsitzender Jörg Oehler berichtete, dass die Satzungsänderung vom Vereinsregistergericht in Freiburg ganz im Sinne der Beschlusslage der FW bestätig worden sei. Seitdem wird eine kostenlose Mitgliedschaft bei den FW für junge Erwachsene ermöglicht. "Bis zum Ende der Ausbildung", damit sei eine attraktive Form für den Nachwuchs geschaffen, hielt Schriftführerin Silke Kaiser gegenüber den zahlreichen Teilnehmern fest. Fast die Hälfte der FW-Mitglieder kam in den Konferenzraum des Hotels Rößle.

Seit September letzten Jahres ist die einvernehmliche Übereinkunft mit dem örtlichen CDU-Verband zur gemeinsamen Suche eines Bürgermeisterkandidaten das bestimmende Thema im politischen Geschehen. "Ja, das Hauptthema ist von einem einmaligen und einzigartigen Agieren gekrönt worden", war Oehler sichtlich zufrieden. Die Findungskommission habe geliefert.

Dem Rechenschaftsbericht des neuen Kassierer Daniel Müller widerfuhr nur wenig Aufmerksamkeit. Uli Faschian ist neuer Beisitzer in dem erweiterten Vorstand.

Mehr Aufmerksamkeit bekam hingegen Fraktionsvorsitzender Michael Schmitz. "Wir sind mit einigen Umständen weiterhin nicht zufrieden", die HTG und der Infrastrukturausbau bleiben für Schmitz große Themen in Todtmoos. Bei Schule und Kindergarten "stehen Arbeit und Entscheidungen zeitnah einfach an" und die Sanierung von drei Straßen "kann nicht wieder auf die lange Bank geschoben werden".

Schmitz sieht beim Schwimmbad zwar Handlungsbedarf, musste aber einräumen, dass aktuell keine Firma ein Angebot für die Betonsanierung abgegeben habe. Gemeinderat Wolfgang Jehle berichtete über die erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit des Helferkreises für die ukrainischen Flüchtlinge.

Derweil hörte Bürgermeisterkandidat Marcel Schneider aufmerksam zu. Praktikable Sachentscheidungen schnell treffen und "mit den Bürger gemeinsam einen Weg gehen", skizzierte Schneider sein Vorgehen, sollte er gewählt werden. Bei der Problemlage mit der HTG plädierte Schneider wie Schmitz auch für ergebnisoffene Optionen. Eine fundierte Kenntnis der Materie sei erst mal nötig.

"Ich trete unabhängig an, Parteipolitik bleibt in der Kommunalpolitik außen vor", Schneider bringt aus Furtwangen viel Verwaltungserfahrung mit. Auf Nachfragen von FW-Mitgliedern hin, stellte Schneider mehrere Sachen gleich klar: "Ich habe sie gefunden, ich bin an die Findungskommission herangetreten". Und er werde, wenn er als Bürgermeister gewählt wird, selbstverständlich auch nach Todtmoos ziehen. Gestalten und Mitwirken, die Ortsteile mit einbinden, und Todtmoos als lebenswerten Ort weiterentwickeln. Auf Nachfrage der BZ hin, wie sein Beziehungsstand denn sei, antwortete Schneider: "Ledig, das ist der Verwaltungsbegriff, ich bin halt aktuell solo". Seine Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse seien zwischen Thüringen und Baden gewesen.

Seine Heimat aber ist der Südschwarzwald. Der 42-Jährige stammt aus Kirchzarten und kennt Todtmoos bereits seit frühen Tagen. Die Marienwallfahrt sowie die Sportmöglichkeiten rund um Todtmoos sind ihm seit Kindestagen vertraut.