Zeitvertreib

Katalonische Cafés und Buenos Aires bei Nacht

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Di, 16. Februar 2021 um 05:41 Uhr

Panorama

Auf der Website "Drive and Listen" kann man online durch 50 Städte auf der ganzen Welt fahren zur Musik aus lokalen Radiosendern. Sehr lässig.

Die Pariser Mutter mit dem Kinderwagen schlendert gemächlich über den Zebrastreifen. In Peking weht es ordentlich, ständig flattert Müll über die Straße. In Kiew hat man ein Faible für bemalte Fassaden. Zumindest in den Straßenzügen, durch die man dank der Internetseite Drive & Listen fahren kann. Tel Aviv und London, Johannesburg und Melbourne, München und Nizza – Sie können sich in mehr als 50 Städten hinter die virtuelle Windschutzscheibe setzen und durch die Stadt fahren lassen. Damit das Ganze authentisch wirkt, können Sie mit dem Button "Street noise on/off" den jeweiligen Straßenlärm zuschalten. Dann einfach entspannt zurücklehnen und gucken, wie die Welt an einem vorüberzieht. Ja, das heizt das coronabedingte Fernweh natürlich an, aber stillt es auch ein kleines bisschen. Und weckt die Vorfreude auf Postpandemiereisen. Wer beispielsweise sein Barcelona-Wochenende inzidenzbedingt canceln musste, der kann so schon mal in katalonische Cafés spähen, auch Buenos Aires bei Nacht ist eine Tour wert. Und überall, wie herrlich: Menschen ohne Masken – die Aufnahmen sind alle älter als das Coronavirus. Das Tüpfelchen auf dem I sind die lokalen Radiosender, die man zur Städterundfahrt hören kann – der Sender wechselt sogar bei jedem neuen Besuch. Die Touren stammen allesamt von Youtube und sind zwischen zehn und 30 Minuten lang. Wer es eilig hat, kann die Fahrgeschwindigkeit verdoppeln. Ist ja nur ein Film.