Kein neues Hallenbad auf der grünen Wiese bauen

skk

Von skk

Sa, 19. Oktober 2019

Hüfingen

SPD-Fraktion spricht sich für Beibehaltung des Standorts am Schulcampus aus / Klare Aussagen der Gemeinde gefordert.

HÜFINGEN (sja). Wie es mit dem Hallenbad Aquari weitergeht, beschäftigt viele Hüfinger. Das Bad müsste saniert werden. Bereits in seiner ersten Sitzung als Bürgermeister hatte Michael Kollmeier im Oktober 2015 über den Sanierungsbedarf berichtet. Zwar sind die Gefahrenstellen mittlerweile beseitigt und es ist viel investiert worden, so dass der Hüfinger Gemeinderat noch ausreichend Zeit hat, sich mit der Badzukunft zu beschäftigen. Zwei Gutachten wurden gemacht und es gibt auch Zahlen für einen Neubau und eine Sanierung.

Unter dem Strich müssen Teile des Hallenschwimmbades definitiv abgerissen werden – auch wenn nur saniert wird. Bei einer Sanierung rechnet der Gutachter mit Kosten von zehn bis elf Millionen Euro. Für einen Neubau auf der "grünen Wiese" wird mit 11,7 Millionen Euro gerechnet ohne Sauna. Eine neue Sauna könnte rund 1,8 Millionen Euro kosten, sodass es dann 13,5 Millionen Euro wären. Hinzu kämen Kosten für den Abbruch des alten Schwimmbades, sodass unter dem Strich rund 15 Millionen Euro stehen könnten.

Weiter gibt es die Variante, das Aquari am Standort neu zu bauen. Hierfür rechnet der Gutachter mit zwölf Millionen Euro. Für SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Skodell ist es an der Zeit, dass für die Bürger und Gemeinderäte "endlich einmal eine klare Aussage seitens der Verwaltung kommt."

Das Thema in Ruhe anzugehen, so wie Bürgermeister Kollmeier schon seit seinem Amtsantritt sagt, ist passend, wenn er eine Meinung dazu äußern würde, fordert Skodell. Es bringe die Diskussion nicht weiter, wenn man sich hinter Gutachten und Berechnungen verstecke. Nur wenn man seine Positionen kenne, könne man vernünftig diskutieren, erklärt die SPD-Fraktionssprecherin. Für sie zählen die Fakten: Das "Hallenbad weist nach Jahrzehnten Mängel auf. Mängel, die nicht zu einer sofortigen Schließung führen, sondern wie sie nach Jahrzehnten in jedem Bad anfallen." Das Hallenbad werde regelmäßig statisch geprüft, sodass auch hier die Sicherheit der Badbesucher gewährleistet ist. "Die Entscheidung, was mit dem Hallenbad passiert, hat noch gut drei, vier oder gar fünf Jahre Zeit", ist sich Skodell sicher.

In den Diskussionen tauche immer die Frage auf, ob das Hallenbad am Standort erhalten bleiben oder ganz wegsolle. Es seien auch Stimmen zu hören, die einen Neubau auf der grünen Wiese bevorzugen. Die SPD sehe das jedoch grundsätzlich anders. "Wir haben uns immer für den Erhalt und den Standort am Schulcampus positioniert", so die Genossin.

Die Argumentation der BFSO/Grünen-Fraktion ist für die SPD-Fraktion falsch. Michael Steinemann hatte das Hallenbad-Defizit auf die Einwohner umgerechnet und seiner Meinung nach müsse jeder Bürger das Bad mit 80 Euro im Jahr subventionieren. Es dürften jedoch nicht nur solche "nackten Zahlen berechnet und verglichen" werden. Dabei würden zudem immer wieder die erheblichen Steuervorteile in den Stadtwerken außen vor gelassen. "Wir reden da über deutlich sechsstellige Zahlen", sagt Skodell.

Man dürfe auch den Mehrwert nicht übersehen, den das Bad bringe: Als Stichworte nannte die SPD-Sprecherin Familienzuzug, Schulschwimmen, Sportstätte für den Schwimmverein, Gesundheitsangebote, Tourismusfaktor, ist sich Skodell sicher. All das müsse man gegen die 80 Euro stellen.

Außerdem müsse man wissen, dass ein Hallenbad in dieser Größe immer ein Zuschussbebetrieb sei. Der Kostendeckungsgrad sei in Hüfingen sogar deutlich höher als in vergleichbaren Kommunen.

Wenn Skodell die finanzielle Entwicklung der Stadt betrachtet, dann stellt sie fest: "Hüfingen ist in der Zeit, als es noch arm war, an dem Hallenbad nicht zugrunde gegangen."

Im Gegenteil: Trotz Hallenbad habe Hüfingen in den vergangenen 25 Jahren eine höchst solide Finanzsituation geschaffen. Warum sollten wir ohne Not auf diesen Standortvorteil für die Schule und die Bürger und für die vielen Vorteile in anderen Bereichen verzichten, fragt sich die SDP-Fraktionssprecherin. Die SPD-Fraktion mache dabei sicher nicht mit.