Keiner könnte sich auf die Verfassung berufen

Herbert Kraume

Von Herbert Kraume (Merzhausen)

Mi, 01. Juli 2020

Leserbriefe

Zu: "Eisenmann gegen Grundgesetzänderung", Agenturbeitrag (Politik, 17. Juni)

Ein merkwürdiges Verfassungsverständnis äußert Ministerin Eisenmann (CDU) in ihrer Stellungnahme zum Begriff "Rasse" im Grundgesetz. Eine Spitzenpolitikerin sollte doch wissen, dass in einer Verfassung jedes Wort zählt und dass ein Begriff im Grundgesetz sehr wohl etwas ändert. Und sei es nur, dass sich niemand mehr, der am Rassekonzept festhält, auf die Verfassung berufen kann ("steht doch im Grundgesetz").

Bei einer Streichung des Begriffs Rasse muss dieser eigentlich nicht durch einen anderen ersetzt werden. Mit "Abstammung" ist dazu doch alles gesagt. Verfechtern des Rassekonzepts sei die "Jenaer Erklärung" vom vergangenen Jahr empfohlen, verfasst von vier namhaften Zoologen der Universität Jena, dem Institut von Ernst Haeckel, der vor über hundert Jahren den Rassebegriff wissenschaftlich hoffähig gemacht hat. Sie ist kostenlos im Internet auf fünf PDF-Seiten herunterzuladen. Ihr Fazit: Es gibt keine Menschenrassen. Herbert Kraume, Merzhausen