Kemmerich soll verzichten

bwa,bür

Von Bernhard Walker & Ronny Gert Bürckholdt

Mi, 14. Oktober 2020

Deutschland

FDP appelliert an den Thüringer.

(bwa/bür). Die Landesvorsitzenden der FDP und die Jungen Liberalen (Julis) haben Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich aufgefordert, bei der Landtagswahl im Frühjahr nicht als Spitzenkandidat der Freien Demokraten anzutreten. In einem gemeinsamen Brief betonen 15 Landeschefs sowie Julis-Chef Jens Teutrine, dass Kemmerich der Partei "erheblichen Schaden" zufüge. Er war im Februar vom Erfurter Landtag mit den Stimmen von AfD und CDU zum Ministerpräsidenten gewählt worden, hatte die Wahl angenommen, das Amt aber nach Protesten aufgegeben. Zuletzt hatte er betont, dass nicht die Annahme der Wahl falsch gewesen sei, sondern der Umgang der Parteien mit dieser Situation. "Es ist für uns von größter Wichtigkeit deutlich zu machen, dass wir Deine Äußerungen in keiner Weise teilen", heißt es im Brief. Zur AfD gebe es keinerlei Schnittmengen. "Es muss eine klare und harte Abgrenzung zur AfD geben." Verzichte Kemmerich nicht auf die Spitzenkandidatur, müssten sich die Mitglieder immer wieder erklären. "Mit unseren eigentlichen Themen werden wir kaum noch Gehör finden können." Südwest-Landeschef Michael Theurer sagte der BZ: "Selbst der grüne Ministerpräsident Kretschmann sagt, dass die FDP in Baden-Württemberg über jeden Zweifel erhaben ist, was die Abgrenzung zur AfD angeht. Deshalb ist es wichtig, dass das Thema Kemmerich endgültig vom Tisch kommt."