WOCHENSPIEGEL: Gekommen, um zu bleiben

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Sa, 20. Juli 2019

Kenzingen

Der erste Artikel von Felix Lieschke liegt fast auf den Tag genau vier Jahre zurück. Der Text über den Hohlandhock der Winzerkapelle Köndringen erschien am 28. Juli 2015 in der Ausgabe Emmendingen. Immer wieder hat Lieschke seither die Lokalredaktion der Badischen Zeitung in Emmendingen verstärkt, als Volontär, als Vertretungsredakteur. Jetzt bleibt er – als Redakteur für den Breisgau und Nachfolger von Lena Marie Jörger. Geboren ist er 1987 in Brandenburg, aufgewachsen am Rande Berlins. Die Musik zog ihn nach Unterfranken, ein Studium nach Dresden. Erst eine Ausbildung zum Winzer holte ihn 2013 nach Emmendingen. 2015 rekrutierte ihn die BZ. Es folgten Stationen unter anderem in Lörrach, Bad Säckingen, Titisee-Neustadt, in der Politikredaktion, der Wirtschaft, zuletzt arbeitete er als Redakteur in Lahr. Mit den Stippvisiten soll es das jetzt aber erstmal gewesen sein; er will sich Zeit nehmen, den Breisgau in all seinen Facetten kennenzulernen.

So einfach kann Politik sein

Große Umgestaltungen in der Innenstadt bewegen die Menschen. Das war in Endingen vor Jahren so und ist es jetzt auch in Kenzingen. Wenn’s nicht mehr so bequem mit dem Auto in die Stadt zum Einkaufen geht, bekommen das meist auch die Geschäfte zu spüren. Dabei müsste das gar nicht sein, meint Neu-Gemeinderat Jürgen Hoffmann in einem Schreiben an die BZ. Sein Appell an alle Bürger und Gäste: "Kommen Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Innenstadt!" Das sei mit einer großen Tasche in der Hand oder mit einem Einkaufskorb auf dem Gepäckträger für einen Großteil der Einkäufe praktikabel – und obendrein umweltfreundlich. Lokale Wirtschaftsförderung und Klimaschutz zugleich – so einfach kann Politik im Alltag sein.

Labertasche statt Angsthase

25 Jahre sind eine lange Zeit. Mein Deutschlehrer am Kenzinger Gymnasium erinnert sich noch gut daran, wie er bei einem Schulausflug ins Besucherbergwerk meine Hand halten musste, ich habe es verdrängt (Wochenspiegel vom 13. Juli). Das dachte ich jedenfalls bis Donnerstag, bis das Telefon in der BZ-Redaktion Emmendingen klingelt. Eine Kollegin des Deutschlehrers ist dran. Sie hat mich nie unterrichtet, war damals aber als Begleitperson dabei und erzählt die Geschichte anders. Sie, ich und eine Mitschülerin bildeten die Nachhut beim Ausflug unter Tage. "Das Mädchen war sehr ängstlich – und Sie waren schon damals sehr mitteilsam", sagt sie. Labertasche statt Angsthase? Damit kann ich leben. Mein Deutschlehrer würde jetzt sagen, dass Plappern auch an Anzeichen von Angst sein kann. Er hat gerne das letzte Wort.