Kinderbetreuung unter einer Leitung

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Do, 22. August 2019

Binzen

Edith Essl leitet künftig beide Binzener Erziehungseinrichtungen, die gemeinsam unter der Bezeichnung "Kinderschule" firmieren.

BINZEN (cre/us). Die beiden Binzener Kindergärten "Kinderschule" und "Oberlin-Kindergarten" werden künftig unter dem gemeinsamen Namen "Kinderschule" geführt. Wobei die ehemalige Kinderschule die Bezeichnung "Haus Nord" erhält, während und der frühere Oberlin-Kindergarten als "Haus Süd" firmiert. Das beschloss der Gemeinderat mehrheitlich in seiner jüngsten Sitzung.

Nach der Kündigung der ehemaligen Leiterin des Oberlin-Kindergartens, Sybille Eifler, hatte der Gemeinderat entschieden, die Gesamtleitung beider Häuser ab Oktober 2017 Edith Essl zu übertragen. Damit verbunden erfolgte der Beschluss, einen einheitlichen Namen für beide Kindergärten zu finden. In die Entscheidungsfindung war auch der Elternbeirat einbezogen worden. Dieser hatte sich, so die Beschlussvorlage zur Umbenennung, einstimmig für den Namen "Kinderschule" ausgesprochen.

Er hätte auch gut mit dem Namen "Oberlin" leben können, sagte Bürgermeister Andreas Schneucker. Offensichtlich aber sei der Name "Kinderschule" stärker im Dorf verwurzelt. Namensgeber Johann Friedrich Oberlin (1770 bis 1826) war ein evangelischer Pfarrer aus dem Elsass und gilt als einer der Väter des Modells Kindergarten. Die erste seiner "Kinderschulen" entstand in Waldersbach. Sein Erziehungsgrundsatz lautete: "Erzieht eure Kinder ohne zu viel Strenge – mit andauernder zarter Güte."

Während Ina Koska der Name Kinderschule "etwas holprig" erschien, bestätigte Hans Krebs, dass die "Kinderschule" ein gewachsener Begriff sei. Frank Krumm würde die Benennung "Haus Nord" und "Haus Süd" eher nur im internen Gebrauch verwenden und es öffentlich bei "Kinderschule" belassen wollen. Mit dem Argument, dass der Name "Oberlin" durchaus mit einer christlichen Tradition verbunden sei, stimmte Nadja Lützel als einzige gegen die Umbenennung.

Aktuell tragen die beiden Einrichtungen nun nicht nur den gleichen Namen, sie sind auch räumlich zusammengerückt. Die derzeit nur eine Gruppe aus dem Oberlinkindergarten hat Unterschlupf im Kinderhaus Nord gefunden, in dem derzeit nur drei Gruppen belegt sind. Hintergrund ist die höhere Flexibilität beim Personal, die damit erreicht wird. Die Erzieherinnen aus den beiden Einrichtungen können sich nun viel besser vertreten, als das zuvor der Fall gewesen war. Fehlte es im Oberlinkindergarten an Personal, musste eine Mitarbeiterin in das andere Gebäude wechseln, was dann bisweilen wiederum zu Engpässen im Kinderhaus führte, wie Bürgermeister Schneucker ausführt.

Über die Betreuung der Klein- und Vorschulkinder hinaus bietet die Gemeinde seit vielen Jahren auch die Betreuung von Grundschülern außerhalb der Unterrichtszeiten an, so dass Eltern aller Binzener Kinder im Alter bis zu zehn Jahren ein verlässliches Modell zur Verfügung steht.