Klage gegen die Nato wird zurückgezogen

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Sa, 11. September 2021

Friesenheim

Landwirte und Winzer erringen aber Teilerfolg.

(rb). Die Landwirte in der Region Friesenheim-Lahr haben ihre Schadensersatzklage gegen die Nato zurückgezogen. Dennoch verbuchten sie im Streit um die Nitratbelastung einen Teilerfolg.

Bei der Hauptversammlung des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands, Ortsverein Friesenheim, im August 2020 haben sich die Landwirte und Winzer dagegen gewehrt, allein für die Nitratbelastung des Grundwassers verantwortlich zu sein. Der Kreisvorsitzende Klaus Dorner aus Kippenheimweiler hatte – neben dem Lahrer Flugplatz – die umliegenden Kommunen verantwortlich gemacht und dies damit begründet, dass bei Starkregen die Kanalisationen oft überlastet sind und die Abwässer über Grabensysteme abgeleitet werden, wobei sich ebenfalls Nitrat absetzen würde.

Für Flächen mit einer erhöhten Nitratbelastung (Rote Zonen) hat die Politik den Landwirten Auflagen gemacht, die hohe Kosten für Überprüfungen und die Entnahme von Bodenproben verursachen, die Bodenbearbeitung erschweren und den Ertrag mindern. Dazu zählen unter anderem die Reduktion der Stickstoffdüngung und größere Lagerkapazitäten für Gülle. Für die finanziellen Ausfälle haben die Landwirte per Sammelklage bei der Nato Schadenersatz geltend gemacht, was jedoch abgelehnt wurde.

Zwischenzeitlich ist die Rote Zone, in der überhöhte Nitrateinträge festgestellt wurden und in der die obengenannten Auflagen zu erfüllen sind, nach Aussage des BLHV-Kreisvorsitzenden Dorner um fast 80 Prozent geschrumpft. Dadurch sind wesentlich weniger Landwirte und Winzer von den Auflagen betroffen, weshalb die Klage gegen die Nato zurückgezogen wurde, wie der Friesenheimer BLHV-Vorsitzende Julius Haas und Klaus Dorner bestätigten.