Gemeinderat Herrischried

Klares Ja zum Schulsozialarbeiter

Martin Köpfer

Von Martin Köpfer

Do, 23. Mai 2019 um 14:44 Uhr

Herrischried

Die Herrischrieder Gemeinderäte sind sich schnell einig über die Bedeutung der Schulsozialarbeit. Es soll eine Vollzeitstelle zusammen mit Rickenbach geben.

"Je mehr ich mit Lehrern gesprochen habe, desto deutlicher wurde: Wir brauchen einen Sozialarbeiter." Dies sagte Bürgermeister Christof Berger zu Beginn der Diskussion im Gemeinderat, als es um die Schaffung einer Stelle für die Schulsozialarbeit an der Gemeinschaftsschule Herrischried und an der Grundschule Rickenbach ging. Während dieses Thema eine Woche zuvor im Rickenbacher Gemeinderat für lange und kontroverse Diskussionen gesorgt hat, waren sich die Herrischrieder Räte schnell einig, dass die Vollzeitstelle geschaffen werden muss.

Es gebe einen großen Bedarf, beginnend in der Grundschule. Viele Familien seien durch Berufstätigkeit belastet, und die Eltern nehmen sich zu wenig Zeit für die Kinder, sagte Berger weiter. Die Schule könne dieses Defizit nicht abdecken.

Denn der Auftrag der Lehrer sei es in erster Linie, Sach- und Fachkompetenzen zu vermitteln und Leistungen zu bewerten. Dies mache es schwierig, den sozialen und individuellen Problemen ihrer Schüler zu begegnen und als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Schulsozialarbeiter würden diese Lücke schließen und damit auch die Lehrer unterstützen. Sie bieten einerseits individuelle Beratung für Schüler und Eltern an, andererseits arbeiten sie mit ganzen Klassen oder kleinen Gruppen.

Bereits im April hat ein Gespräch mit den beiden Schulleitern, verschiedenen Behördenvertretern und einem Mitarbeiter der Caritas stattgefunden. Marianne Husemann, Rektorin der Gemeinschaftsschule Hotzenwald, und Bernd Mugrauer, Rektor der Grundschule Rickenbach, hätten beide sehr deutlich gemacht, dass die Einstellung eines Schulsozialarbeiters eine dringliche Sache sei – und zwar beginnend in der Grundschule, führte Berger weiter aus.

Kosten von 14 000 Euro für Herrischried

Das Land Baden-Württemberg und der Landkreis beteiligen sich mit Zuschüssen an der Stelle. Für eine Vollzeitstelle gibt es vom Land einen Zuschuss von 16 700 Euro, der Landkreis übernimmt 25 Prozent der Personalkosten. Diese Förderung muss bis zum 31. Juli beantragt werden. Bei rund 60 000 Euro jährlichen Kosten ergibt dies zusammen einen Zuschuss von knapp 32 000 Euro. Die restlichen 28 000 Euro würden sich die beiden Gemeinden Herrischried und Rickenbach dann teilen. Während es in Rickenbach längere Diskussionen darüber gegeben hat, ob die neue Stelle tatsächlich als Vollzeitstelle ausgeschrieben werden soll oder ob auch die Einrichtung einer Teilzeitstelle ausreichend sei, war dies in Herrischried kein Thema. Die Gemeinderäte waren sich alle einig, dass es eine 100-Prozent-Stelle werden soll, auch wenn dies explizit im späteren Beschlussvorschlag nicht angegeben wurde.

Die Mehrheit der Räte tendierte ferner dazu, einen Sozialarbeiter über die Caritas einzustellen. Das hätte zwar den Nachteil, dass die Kosten höher ausfallen würden als wenn dieser direkt von den Gemeinden angestellt würde, aber das Personalrisiko einschließlich des Kostenrisikos für krankheitsbedingte Ausfälle wäre damit abgedeckt.

In Rickenbach eine Woche zuvor kam dieses Thema zwar auch zur Sprache, allerdings sei das Angebot der Caritas laut Bürgermeister Dietmar Zäpernick erst am Tag der Gemeinderatssitzung eingegangen und konnte deshalb in der Kürze der Zeit den Gemeinderäten nicht vorgelegt werden. Berger bemerkte noch, dass der Stellenmarkt für Schulsozialarbeiter leergefegt sei.

Nun soll bis zum 31. Juli der Zuschussantrag gemeinsam mit Rickenbach gestellt werden. Herrischrieds Bürgermeister Berger wird in dieser Sache mit seinem Rickenbacher Amtskollegen Kontakt aufnehmen.