BZ-Interview mit

Thomas Hengelbrock: "Möchte wieder nach Bayreuth kommen"

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 08. August 2011 um 17:49 Uhr

Klassik

Detailgenau, filigran, behutsam – die Kritik war voll des Lobes über Thomas Hengelbrocks Debüt am Pult des Bayreuther "Tannhäusers". Im BZ-Gespräch äußert sich der Freiburger Dirigent exklusiv über die Arbeit am Grünen Hügel.

BZ: Herr Hengelbrock, eine persönliche Frage: Als Sie nach der Premiere im Festspielhaus vor den Vorhang traten, hagelte es ja eine Reihe überraschender Buhs. Was ist da in Ihnen vorgegangen?
Thomas Hengelbrock: Erst mal muss ich sagen, dass ich eigentlich mit den musikalischen Ergebnissen sehr zufrieden war – vor allem in Anbetracht der Probensituation. Das sind natürlich Dinge, die ein Publikum nicht weiß.Wir hatten nur vier BO’s à drei Stunden (Anm.d.Red.: Bühnenorchesterproben) – für eine Neuinszenierung! Das Bühnenbild war auf der Probebühne nicht zu simulieren, wie Sie sich vorstellen können. Mir ist es hier nicht anders ergangen als allen Vorgängern, und man ist hier auf Grund der extremen und immer extremer werdenden Probensituation gezwungen, etwas abzuliefern, was noch nicht fertig ist. Die zweite Aufführung war unglaublich viel besser, und es gab viele Bravos.
BZ: Oder die Buhs gehen auf eine ungewohnte Hörerfahrung in Bayreuth zurück und kamen aus einer Ecke, für die die Gleichung Wagner im Festspielhaus = laut und monumental gilt?
Hengelbrock: Es gibt eine ganz bestimmte Fraktion, aber das ist doch normal. Ich habe noch viel mehr an Widerständen erwartet, nach dem, was hier umging an Gerüchten. Die Leute haben nach den ersten Proben erleichtert oder augenzwinkernd reagiert, weil es vorher hieß, die Streicher dürften nicht vibrieren... Als ich hier am ersten Tag ankam, wurde ich von der Rezeptionistin an der Pforte angesprochen, ob denn jetzt das Orchester auf Darmsaiten spielen müsse. Da gab es viele Unsinnigkeiten, ob das Orchester herunter stimmen müsse usw. Manche im Publikum begegnen einem hier einfach mit Vorbehalten, wenn man einen "Tannhäuser" in seiner Tradition liest. Und die Tradition, das sind die drei Komponisten Carl Maria ...

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