KLEINES GLÜCK

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Januar 2021

Panorama

Idealer Rückzugsort

Unauffällig steht das Notizbuch zwischen meinen Büchern, 13 mal 21 Zentimeter, dunkelblauer Rücken. Ein Gummiband hält die Seiten zusammen. Zettel, Fotos, skurrile Fundstücke, gepresste Pflanzen. Texte und Skizzen der Erinnerung, von mir und für mich verfasst. Alles hintereinander, aber zeitlich ungeordnet. Immer wieder kann ich die traurigen und fröhlichen Verse, witzigen und tiefgründigen Episoden nachlesen und neue hinzufügen. Zarte und starke Bleistiftskizzen halten spontane Eingebungen fest. Ein idealer Rückzugsort ist mein Notizbuch, besonders in Zeiten, in denen es das kleine Glück zu pflegen gilt.

Annette Preuß, Gundelfingen

...nicht "aus dem Sinn"

Überraschung: Am 1. Advent lag in meinem Briefkasten ein selbstgestalteter Adventskalender mit 24 Gedichten von bekannten Persönlichkeiten.
Für den 18. Dezember 2020 las ich von Josef Reding: "Manchmal möchte man faulenzen/wie ein Auto ohne Motor/wie ein Sonnenschirm im Winter/wie ein Nachthemd am Tag." Ist das eine Anleitung für den Corona-Lockdown? Nur, dass statt "möchte man faulenzen" jetzt eher "muss man faulenzen" gilt. Es sei denn, man wird kreativ. Wie schön, dass in diesen Zeiten zwar "aus den Augen" nicht aber aus dem Sinn" gilt. Herzlichen Dank, liebe Inge, für das Aneinanderdenken auf diesem Wege!
Heidi Marzluff, Merzhausen

Welle des Glücks

Windig und kalt war’s und der klare Himmel verblasste für die untergehende Sonne. Aus dem Wald kam mir eine Frau entgegen, die einen locker gebundenen hübschen Kranz in der Hand hielt. Ich sprach sie an, ob sie das eben gesammelt habe, bestaunte das wunderschöne Gebinde. Mit einem Gruß ging jede weiter. Ich überlegte mir, ob ich selbst auch sammeln sollte, denn ich fand den Kranz aus Reben, Efeu und roten Beeren so viel schöner als die zum Kaufen angebotenen Adventskränze. Aber ich wusste nicht so recht, wie ich die Zweige zu einem Kranz fügen kann. Da hörte ich hinter mir ein "Hallo!" Die Frau hatte kehrt gemacht und kam mir entgegen. Ich ging auf sie zu, neugierig, wie ich ihr helfen könne. Da streckte sie mir freudig ihren Kranz entgegen: "Den schenke ich Ihnen. Ich habe so viel Material zu Hause." Ich strahlte. Eine warme Welle des Glücks überzog mich. Mit Dankbarkeit verabschiedete ich mich und trug sorgsam diese Kostbarkeit mit und in mir.
Bärbel Trefzger, Rheinfelden

Schmetterlingsglück

Seit März war ich viel mit meinem E-Bike unterwegs – auch um ein wenig Corona zu entfliehen. Es war einfach schön zu erleben, wie sich die Natur Monat für Monat entwickelte. Wenn man dann noch in einer Zeit, in der man so viel über Insektensterben liest, einen Schwarm von zwölf Schmetterlingen erleben darf – dann ist man wirklich glücklich. Große Freude.
Helmut Pordzik, Wehr

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