Ablagerungen im Wald

KOMMENTAR: Hartnäckig geblieben

Nicolai Ernesto Kapitz

Von Nicolai Ernesto Kapitz

Do, 09. September 2021

Kleines Wiesental

Was wurde nicht mit den Augen gerollt, als das Thema der möglicherweise illegalen und mit Schadstoffen belasteten Ablagerungen in den Kleinwiesentäler Wäldern in der Märzsitzung des Gemeinderats hochkochte. Dass tatsächlich ein Umweltskandal hinter den Anhäufungen in der Botanik steckt, wollte seinerzeit kaum einer glauben. Weder der Bürgermeister noch die Mehrheit des Rates wollte eine weitere öffentliche Diskussion über das Thema. Das ist beim Blick auf diejenigen, die das Thema ins Rollen gebracht haben, auch kein Wunder. Die Bürgerinitiative Schwarzwald Vernunftkraft, die schon seit Jahren wegen ihrer Opposition zum geplanten Windpark am Zeller Blauen in der Einheitsgemeinde für Uneinigkeit sorgt, hatte Anzeige gegen die mutmaßlich Verantwortlichen erstattet, auch gegen den Bürgermeister. Die BI ist nicht gerade für einen gemäßigten Ton bekannt. Und so manche der angekündigten skandalträchtigen Enthüllungen hatte hinterher entweder gar nicht stattgefunden oder war zum Sturm im Wasserglas geworden. Nicht wenige vermuteten also hinter der neuerlichen Attacke der BI einen politisch motivierten Schnappreflex in Richtung Bürgermeister und Landratsamt vor dem Hintergrund des Windkraft-Streits. Zur Glaubwürdigkeit trug auch nicht bei, dass einzelne Personen aus dem Umkreis der BI sämtliche Behörden – und auch die Presse – unter E-Mail-Dauerbeschuss nahmen. Irgendwann verschwinden solche Mails ungesehen im Papierkorb – auch wenn sie womöglich wertvolle Hinweise enthalten. Nur gut, dass die Staatsanwaltschaft den Hinweisen schlussendlich doch nachgegangen ist. Denn in diesem Fall wurde – die nun laufenden Ermittlungen belegen es – tatsächlich ein Umweltfrevel aufgedeckt, dessen Ausmaße man noch gar nicht übersehen kann. Man muss der Bürgerinitiative und auch dem nimmermüden Einsatz einzelner Umweltschützer danken, dass sie diesmal trotz aller Vorbehalte hartnäckig geblieben sind.