Glasfasernetz bald auch für Sasbach?

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Di, 27. April 2021

Sasbach

Gemeinderat beauftragt Bürgermeister Scheiding mit Abschluss einer Absichtserklärung für Netzbauarbeiten der Firma UGG.

Auch die Gemeinde Sasbach dürfte in den Genuss eines kostenlosen Glasfasernetzes kommen. Derzeit ist das Unternehmen "Unsere Grüne Glasfaser" (UGG) in der Region unterwegs, um sich mit den Gemeinden wegen des schnellen Internets durch Glasfaser ins Einvernehmen zu setzen oder ist wie in Malterdingen bereits beim Bau des Leitungsnetzes. Für Sasbach fehlt zwar noch die "Grobplanung", ob die Verlegung der Glasfaserleitungen überall funktioniert. Trotzdem hat der Gemeinderat Bürgermeister Jürgen Scheiding beauftragt, mit einer Absichtserklärung der UGG das Einverständnis zum Bau des Netzes zu signalisieren, wenn die technischen Voraussetzungen abgeklärt sind.

Scheiding hatte über die Presse erfahren, dass die UGG in den umliegenden Gemeinden unterwegs ist. An Sasbach hatte sich die UGG nicht gewandt. Also fragte Scheiding bei der UGG nach, ob auch seine Gemeinde in den Genuss kommen könnte. Ein Angebot, im Ortsetter jedes Haus mit Glasfaser ohne öffentliches Geld und Bestellungen einer gewissen Zahl von Kunden anzubinden, sei eine Vorstellung gewesen, an die bis vor kurzem kaum jemand zu hoffen wagte, betonte Scheiding in der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung. Auf Initiative des Bürgermeisters hat UGG nun auch Sasbach ins Visier genommen. In der Sitzung erläuterte Jonas Wittor von der UGG die Ziele seines Unternehmens und warum Deutschland es so nötig habe, dass im Ausbau des Glasfasernetzes etwas geht. Die UGG sei aus einem Joint Venture der Telefonica-Gruppe und dem Investor Allianz entstanden. Telefonica bringe die Erfahrung des Glasfaserausbaus in Spanien mit und die Allianz steuere das Geld bei. Gegenüber dem im europäischen Vergleich weit abgeschlagenen Deutschland sei der Ausbau in Spanien weit fortgeschritten, betonte Wittor. Mit Glasfaser werde ein Internet-Netz installiert, das wenig Energie und Wartung brauche und ein schnelles Internet unabhängig von der Zahl der gleichzeitigen Nutzer wie auch der Entfernung des Kunden von der Verteilungszentrale im Ort biete.

Das erste Ziel sei, insbesondere in den ländlichen Regionen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz für ein Glasfasernetz zu sorgen, so Wittor. Grundsätzlich werde ein "offenes Netz" installiert, das UGG betreibe. Bislang sei zwar O2 der Telefonica-Gruppe der einzige Anbieter, der über das existierende und kommende UGG-Netz seine Kunden mit Internet versorgt. Geplant sei aber, weitere Anbieter wie die Telekom ins Netz zu holen. Wittor zeigte sich zuversichtlich, dass es bald für Glasfaser in Sasbach "Daumen nach oben" heißt. Die UGG stehe mit ihren Tiefbauunternehmen parat, um schnell loszulegen. Für die Verlegung der oberflächennahen Leitung müsse nicht viel aufgegraben werden.