BZ-SERIE (TEIL 9)

Kosmetik aus dem Kuhstall: Der Ospelehof in Hinterzarten

Petra Kistler

Von Petra Kistler

So, 27. Oktober 2013 um 09:20 Uhr

Hinterzarten

Lebensmittel müssen billig sein - Kosmetik darf teuer sein: Martin Braun vom Ospelehof in Hinterzarten hat mit seiner Kosmetiklinie eine erfolgversprechende Nische gefunden. Und pfeift dabei auf Konventionen.

Die Einsicht war schmerzhaft, aber lehrreich. "Lebensmittel müssen so billig wie möglich sein. Das ist politisch gewollt! Ganz anders Kosmetik: Sie darf teuer sein." Martin Braun (49) sitzt auf der Bank vor dem Ospelehof hoch über Hinterzarten und schwärmt von Cremes, Masken, Peelings und Badezusätzen. Kosmetik – ist das nicht ziemlich weit entfernt vom Kerngeschäft eines Landwirts?

Doch der Reihe nach. Jedes Jahr geben drei bis vier Prozent von Brauns Kollegen in Baden-Württemberg ihren Hof auf, weil sich die Landwirtschaft nicht mehr lohnt. Um vernünftig über die Runden zu kommen, braucht es große Flächen und üppige Subventionen. Oder pfiffige Ideen!

"So wie mein Vater wollte ich nicht leben." Martin Braun hat gesehen, wie seine Eltern buckelten. Vom Stall zur Arbeit, von der Arbeit in den Stall. Senior Hermann Braun bewirtschaftete den Ospelehof nur noch im Nebenerwerb. Zwölf Hektar Wiesen und Weiden, fünf Hektar Wald, ein Dutzend Kühe, die Milch wurde an die Breisgaumilch in Freiburg geliefert. Viel Geld war damit nicht zu verdienen.

Zwei Tonnen Käse produziert Martin Braun im Jahr
Als Martin, der Jüngste, den Hof übernimmt, hat er schon anderes gesehen: Er hat Elektriker gelernt, als Zimmermann gearbeitet, Maschinenbau studiert. "Ich war nie und ich bin nicht im Tunnel drin", sagt Martin Braun. Er pfeift auf Konventionen, traut sich, neue Wege zu gehen. Auch auf dem Hof, den er in der dritten Generation bewirtschaftet.

Martin Braun macht einen harten Schnitt – und setzt alles auf Käse. Die Käserei hatte im Allgäu, im Bregenzer Wald und in der Schweiz Tradition, aber nicht im Schwarzwald. Braun ...

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