Berlin

Kritische Fragen und viel Philosophie: Auftakt des Papst-Besuchs

Katja Bauer, Armin Käfer, Thomas Maron, dpa

Von Katja Bauer, Armin Käfer, Thomas Maron & dpa

Do, 22. September 2011 um 21:42 Uhr

Deutschland

Der Papst ist da - und schon zeigen sich die Facetten des Besuchs: Erst stellt der Bundespräsident kritische Fragen, dann spricht Benedikt im Bundestag - und trifft 61.000 Menschen im Stadion.

Die Thomaskirche liegt in einer ziemlich ungeistlichen Ecke von Kreuzberg am Mariannenplatz. Hier feiert der Stadtteil auf seine Weise den 1. Mai, hier schlug das Herz der Hausbesetzerszene, und hier fragte Rio Reiser in einem seiner Songs: "Gibt es einen Gott?" Genau hier beginnt der Besuch des Papstes (Fotos) – weit vor der Landung Benedikts XVI. auf dem Flughafen Tegel.

Es ist der Vorabend, rund um die Kirche wachen Polizisten in schusssicheren Westen. Zu Dutzenden strömen Gläubige in den Kirchenraum. Was hier passiert, nennt die Kirche illegal. Dass es trotzdem passiert, verrät, wie wenig sich die Berliner Wirklichkeit und die Einschätzung der Kirche häufig decken. Christoph Schmidt und Norbert Reicherts wurden einmal zu Priestern geweiht, sie sind schwul und wurden deshalb suspendiert. Als Priester arbeiten sie ungeachtet dessen weiter, sozusagen auf eigene Rechnung. Zum Papstbesuch wollen sie ein Zeichen setzen gegen eine Kirche, die Menschen ausschließe. Und so zelebrieren sie eine Eucharistiefeier für alle.

Begegnungen mit Kritikern oder Opfern sind nicht geplant
Nach katholischem Verständnis geht das nicht. Der Berliner Bischof Woelki hat mit Konsequenzen gedroht. Aber Schmidt will ein Zeichen der Ökumene setzen. Er wünscht sich, der Papst nähme an so einer Messe teil. Das wird aber ein frommer Wunsch bleiben. Auch weniger kühne Erwartungen, das päpstliche Reiseprogramm könnte ...

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