"Eine sehr schmerzhafte Bedeutung"

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Di, 18. März 2014

Kultur

BZ-INTERVIEW mit dem Philosophen und Herausgeber Peter Trawny über Martin Heideggers "Schwarze Hefte" und den darin vorkommenden Antisemitismus.

Martin Heideggers Vermächtnis sind sie genannt worden: Die eben erschienenen drei Bände der Gesamtausgabe seiner Werke, die die sogenannten Schwarzen Hefte des Freiburger Philosophen öffentlich machen. Es sind Aufzeichnungen aus den 1930er Jahren, in denen Heidegger (1889-1976) nicht – wie bisher angenommen – auf Distanz zum Nationalsozialismus geht. Im Gegenteil. Bettina Schulte sprach mit dem Herausgeber Peter Trawny, der am 19. März in derKirchzartener Rainhofscheune die Bände vorstellt.

BZ: Herr Trawny, die bis 1941 geführten Schwarzen Hefte Martin Heideggers haben schon vor ihrer Veröffentlichung sehr viel Staub aufgewirbelt. Haben Sie mit dieser enormen Reaktion gerechnet?
Trawny: Ja und Nein. Einerseits habe ich schon gewusst, dass es eine öffentliche Wahrnehmung der drei Bände geben wird, ich war mir auch bewusst, was sie für die internationale Heidegger-Forschung bedeuten. Andererseits hat mich dann die Breite und Intensität der Reaktion doch überrascht. Wenn eine Veröffentlichung von Bänden der Gesamtausgabe Heideggers selbst in der israelischen Tageszeitung Haaretz besprochen wird, muss etwas geschehen sein. Es wäre schon eine Frage wert, wie der Ausschlag der Reaktionen zu beurteilen ist. Akademisch betrachtet hat nämlich Heideggers Denken kaum noch eine Bedeutung. Gibt es da einen Unterschied zwischen der akademischen und öffentlichen Bedeutung eines Philosophen? Wie kommt es zu diesem Unterschied?
BZ: Wie schätzen Sie die Bedeutung dieser von Heidegger so genannten "Überlegungen" im Kontext seines Gesamtwerks ein?
Trawny: Das ist nicht leicht und kurz zu sagen. Wir hatten vor der Veröffentlichung der "Überlegungen" als der ersten Reihe der "Schwarzen Hefte" drei Werksphären im Denken Heideggers zu unterscheiden: 1. die von ihm ...

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