Baden-Württemberg

Kultusministerin legt Zahlen vor: Weniger Unterricht ausgefallen

dpa

Von dpa

Fr, 21. Februar 2020 um 22:29 Uhr

Südwest

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht die Schulen bei der Minderung des Unterrichtsausfalls auf einem guten Weg. Sie stützte sich am Freitag in Stuttgart auf die fünfte Vollerhebung.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht die Schulen bei der Minderung des Unterrichtsausfalls auf einem guten Weg. Sie stützte sich am Freitag in Stuttgart auf die fünfte Vollerhebung. Demnach konnten zwischen dem 25. und dem 29. November 2019 insgesamt 9,3 Prozent des Pflichtunterrichts über alle öffentliche Schulen hinweg nicht wie geplant stattfinden. 6,0 Prozent konnten mit Vertretungen erteilt werden, 3,3 Prozent fielen komplett aus.

Eisenmann sieht darin eine Verbesserung im Vergleich zu Juni 2019 und November 2018. Der Anteil des ausgefallenen Pflichtunterrichts betrug da noch 4,5 beziehungsweise 3,6 Prozent. Die Verbesserungen deuteten darauf hin, dass die Maßnahmen, die man gegen den Lehrermangel ergriffen habe, wirkten, sagte Eisenmann. So können sich Gymnasiallehrer, von denen es im Land zu viele gibt, seit Herbst auch für Stellen an den Schulen der Sekundarstufe I bewerben. Den höchsten Unterrichtsausfall gibt es bei der jüngsten Erhebung an beruflichen Schulen und allgemeinbildenden Gymnasien. Die Grundschulen haben die geringsten Ausfälle.

SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei kritisierte, die Erhebung bilde nicht die Notlage an den Grundschulen und auch an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (frühere Sonderschulen) ab. FDP-Bildungsexperte Timm Kern meinte ebenfalls: "Der Kultusministerin kann man nur raten, nicht in verfrühten Jubel zu verfallen." Hinter dem Unterrichtsausfall stecke ein Mangel an qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern für bestimmte Schularten und Fächer. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand, meinte, die rückgängigen Zahlen seien auch ein Indiz dafür, dass die Lehrer alles dafür täten, um den Schulbetrieb am Laufen zu halten.