Bewohner in Sicherheit

Kurz nach Begehung brennen Flüchtlingscontainer in Bollschweil

Andrea Drescher

Von Andrea Drescher

Do, 11. März 2021 um 12:17 Uhr

Bollschweil

Ausgebrannt sind am Donnerstagvormittag die beim Bauhof in Bollschweil aufgestellten Container, die von Flüchtlingen bewohnt waren. Die Brandursache ist nicht klar, verletzt wurde niemand.

Sichtlich betroffen war Bollschweils Bürgermeister Josef Schweizer, als er sich am Brandort ein Bild von der Lage machte: Er war am Vormittag mit einem Vertreter der Firma, von denen die Gemeinde die Container angemietet hatte, vor Ort gewesen, weil die Unterkunft demnächst nicht mehr gebraucht wird und die Container zurückgehen sollten. Denn deren sieben Bewohner sollten in den kommenden Wochen ins eigens dafür umgebaute Kuckucksbad ziehen.

Eine sichtlich schockierte Frau aus Afghanistan, die mit ihrem Mann in den Containern lebte, erzählte, sie habe geruht, als ihr Mann sie wegen des Feuers aufgeschreckt habe – sie sei dann durch das Fenster der Toilette nach außen geflüchtet. Eine andere Frau, die schwanger sei, wurde nach Angaben von Josef Schweizer vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Wo zwei Kinder waren, die ebenfalls in den Containern lebten, war am Vormittag noch nicht klar.

Die vorherige Begehung zur Übergabe der Container endete laut Schweizer gegen 9.15 Uhr – etwa eine halbe Stunde später ging bei der Feuerwehr der Alarm ein. Als auch der Bürgermeister umgehend wieder vor den Containern stand, schlugen aus den Fenstern schon die Flammen: "Das war ein richtiger Schock." Zum Glück seien alle Flüchtlinge bereits draußen gewesen.

An die 50 Wehrleute aus Bollschweil, St. Ulrich und Ehrenkirchen waren angerückt und konnten den Brand innerhalb von einer halben Stunde löschen, wie St. Ulrichs Kommandant Thomas Wiesler, der den Einsatz geleitet hat, erzählte. Auch Bad Krozinger Kollegen waren mit ihrer Drehleiter beim Einsatz dabei.

Glücklicherweise sei durch die Flammen die nahe Holzfassade des Bauhofs nebenan nicht beschädigt worden, sagte Schweizer. Die Flüchtlinge wurden vorerst ins Rathaus gebracht und sollen nun vorzeitig in die neuen Räume im Kuckucksbad umziehen, wie der Bürgermeister erklärte. In den Containern, die nicht mehr bewohnbar sind, soll noch nach Dokumenten der Bewohner gesucht werden. Die Polizei hat Ermittlungen wegen der Brandursache aufgenommen.