Länder stutzen Wildwuchs der Schulsysteme

dpa

Von dpa

Fr, 16. Oktober 2020

Deutschland

Kultusminister einigen sich.

Schulausbildung und Schulabschlüsse in Deutschland sollen in den kommenden Jahren vergleichbarer werden. Die Kultusminister der Länder (KMK) verständigten sich am Donnerstag nach jahrelangen Verhandlungen auf einen Vertrag für eine bessere Zusammenarbeit im deutschen Bildungssystem mit einheitlicheren Linien. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sprach von einem "historischen Tag".

In der neuen Vereinbarung sichern sich die Länder unter anderem zu, "durch geeignete Maßnahmen" dafür zu sorgen, dass Schüler bei einem länderübergreifenden Schulwechsel "ihre Bildungslaufbahn bruchlos fortsetzen können".

Für Kinder, die in die Grundschule kommen, sollen einheitliche Standards für sprachliche und mathematische Kompetenzen gesetzt werden – und für eine entsprechende Förderung. Dafür soll die KMK gemeinsam mit der Konferenz der Jugend- und Familienminister eine Empfehlung erarbeiten. Die Länder wollen sich zudem auf einen Gesamtstundenrahmen und einen Mindeststundenumfang in den Fächern Deutsch, Mathe und Sachkunde in der Grundschule verständigen.

Im sogenannten Sekundarbereich I – also den ersten Jahren nach der Grundschule – soll das Namenschaos in Deutschland geordnet werden. Hier gibt es in jedem Land andere Bezeichnungen, von Hauptschule über Mittelschule und Oberschule bis Stadtteilschule. Es soll eine einheitliche Bezeichnung geben. Zudem sollen einheitliche Regeln zur Wochenstundenzahl und Lernbereiche im Pflicht- und Wahlpflichtunterricht geschaffen werden.

Schließlich verpflichten sich die Länder, dass von 2023 an die Hälfte der Aufgaben für die Abiturprüfungen in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch aus gemeinsamen Aufgabenpools kommen soll. Das soll von 2025 an auch für Biologie, Chemie und Physik gelten. "Wir wollen nicht, dass an einem Tag überall in Deutschland dasselbe Abitur geschrieben wird", sagte KMK-Präsidentin Stefanie Hubig, die Kultusministerin von Rheinland-Pfalz. Es gehe aber um mehr zentrale Elemente beim Abitur.