Von Rammstein bis Sting

Ulrike Le Bras

Von Ulrike Le Bras

Mo, 20. Mai 2019

Lahr

Das Xtett im Stiftskeller.

LAHR. Lauschfest nennt die Freiburger A-capella-Gruppe Xtett ihr Programm, mit dem sie auf Einladung des Kulturkreises im Stiftsschaffneikeller zu Gast war. Schaut man sich das Foto an, mit dem sich das Quintett in den Medien präsentiert, dann könnte man auf eine ganz falsche Fährte geraten: zwei Anzugträger und drei Ladies im langen Schwarzen – das sieht nach Seriosität, nach Traditionspflege aus und lässt auf klassisches bis religiöses Liedgut schließen. Aber spätestens wenn Bettina Wimmenauer (Sopran), Bettina Honig (Alt), Ulrike Stoelcker (Tenor/Bariton), Wolfgang Rapp (Tenor) und Bernd Schlabach (Bass) loslegen, dann ahnt der Zuhörer schon, dass es da in eine andere Richtung gehen wird.

"Pass Me The Jazz" – gib mir mal den Jazz rüber – fordern sie sich gegenseitig flott swingend auf. Drei, vier Stücke später sind sie bei Metallica angelangt und haben damit auf die folgende Überraschung vorbereitet:"Engel" von Rammstein. In der Version von Xtett klingen die Engel auch wirklich eher sakral als anstößig und bekommen den der gesanglich hervorragenden Interpretation angemessenen Applaus.

Blümchen, Bienen und ein Nachbarschaftsstreit

Auch das weitere Programm war dazu angetan, den Besuchern Freude zu machen: Hier ein witzig-frivoles Liedchen über die Sache mit den Blümchen und den Bienen, dort ein flüsternd-zarter Sprechgesang über den Umgang mit Worten. Im zweiten Teil dann ein paar äußerst anspruchsvolle, mit Bravour gemeisterte Stücke, bei denen auch dissonante Passagen von jeder einzelnen der fünf Stimmen mit messerscharfer Trennschärfe so lange gehalten wurden, wie vorgesehen. So zum Beispiel bei "Come In And Stay A While" oder beim lustig-schrägen Lied über einen Nachbarschaftsstreit "My Neighbour’s Garden". Mehr etwas für die nachdenkliche Stimmung waren "Fragile" von Sting oder ein irisches Traditional, dem ein satter Grundton aus dem Didgeridoo hinzugesampelt wurde. Mit dem unterhaltsam in Töne umgesetzten Chaos eines morgendlichen "Traffic Jam" und dem im afrikanischen Stil intonierten "Shut The Door" verabschiedete sich das Quintett von seinen Zuhörern, nicht ohne zur Zugabe mit rasant über die Lippen geschleuderten "Chucka Chuckas" auf den von Albert Hammond komponierten Zug aufzuspringen, der sie wieder zurück nach Freiburg brachte.