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Landesweite 7-Tage-Inzidenz steigt in Baden-Württemberg wieder über 500

Konstantin Görlich mit dpa

Von Konstantin Görlich mit dpa

Fr, 14. Januar 2022 um 19:14 Uhr

Südwest

Viele Kreise in Südbaden verzeichnen Höchstwerte bei den Corona-Inzidenzen – und erstmals liegen alle über 500. Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte dürften bald überall gelten.

Nach mehr als einem Monat ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg wieder über die 500er-Marke gestiegen. Am Freitag teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mit, dass sich in den vergangenen sieben Tagen landesweit 519,4 Menschen je 100.000 nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt hätten. Zuletzt hatte der Wert am 8. Dezember über 500 gelegen. Höchstwert waren 533,2 am 5. Dezember.



In Südbaden liegen erstmals alle Kreise über 500, Freiburg sogar bei 706,7 – ein Allzeit-Höchstwert wie im Kreis Waldshut (658,2) und in Lörrach (650,7). In Lörrach und vielen anderen Kreisen im Land treten nun die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Kraft, die die Coronaverordnung des Landes für Inzidenzen stabil über 500 vorsieht. Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und die Ortenau dürften am Wochenende folgen.



Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz blieb nach Angaben der Behörde bei 3,1. Sie steht für die Zahl der Corona-Infizierten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in Kliniken aufgenommen werden. Die Zahl der Covid-19-Patienten und -Patientinnen auf Intensivstationen im Südwesten sank binnen eines Tages um 6 auf 372. Vor einer Woche waren das noch 441 Menschen gewesen.

Seit Beginn der Pandemie verzeichnete das Landesgesundheitsamt 1.113.269 bestätigte Infektionsfälle. Das waren 9824 mehr als am Donnerstag. 13 415 Erkrankte starben laut Mitteilung an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Das waren 30 mehr als am Vortag. 967.853 Infizierte gelten nach Schätzungen als genesen, plus 5622.

Hoher Omikron-Anteil, hohe Booster-Quote

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Omikron-Variante seit der ersten Januarwoche für den Großteil der neuen Infektionsfälle im Südwesten verantwortlich. In der Woche bis zum 9. Januar lag der Anteil der mittels variantenspezifischem PCR-Test untersuchten Proben bei 62 Prozent, wie aus den Daten des Landesgesundheitsamts hervorgeht. Die aktuellsten Zahlen liefert die im Gegensatz zu den Landeszahlen repräsentative Erhebung des Robert-Koch-Instituts, derzufolge der Omikron-Anteil in Baden-Württemberg in der ersten Kalenderwoche 2022 bei 72 Prozent lag.



8.043.263 Menschen im Südwesten oder 81,7 Prozent derjenigen, denen eine Impfung empfohlen wird, sind den Angaben zufolge inzwischen mindestens einmal geimpft. Eine Auffrischimpfung (Booster) hätten 5 151.351 erhalten, was einem Anteil von 52,3 Prozent entspreche. Freiburg hat mit 52,8 Prozent die dritthöchste Booster-Quote im ganzen Land.