Hilfsgüter

Der Stadtmission in Freiburg gehen langsam die Spenden aus

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Di, 29. März 2022 um 16:08 Uhr

Freiburg

Die Evangelische Stadtmission setzt ihre Hilfstransporte in die Ukraine fort. Der Bedarf ist hoch. Aber die Unterstützung nimmt ab. Dabei sind neue Geld- und vor allem auch Sachspenden bitter nötig.

Mit Beginn des Krieges hat die Evangelische Stadtmission ihre seit rund 30 Jahren bestehende Unterstützung für die Ukraine noch einmal intensiviert. Es wurde nicht nur das komplette Waisenhaus "Vaterhaus" mit 250 Kindern und Jugendlichen evakuiert – und es starten mehrmals pro Woche ukrainische Sattelzüge in Richtung Kriegsgebiet (die BZ berichtete). Bis August will die Stadtmission rund 1000 Tonnen Hilfsgüter liefern. Dafür sind aber neue Geld- und vor allem auch Sachspenden nötig, sagt Volker Höhlein, Geschäftsführer von S’Einlädele, das zur Stadtmission gehört.

Das Lager der Stadtmission an der Oltmannsstraße in der Unterwiehre ist in den vergangenen Wochen zum Umschlagplatz für Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente oder Matratzen geworden. 220 Tonnen Material wurde bereits in die Ukraine gebracht – fast alles direkt ins Kriegsgebiet. Der Bedarf dort sei groß, das Lager der Stadtmission mittlerweile leer. "Wir brauchen wieder neue Care-Pakete", sagt Volker Höhlein.

"Statt Mehl und Öl zu horten, sollten es die Leute lieber teilen", Volker Höhlein
Aktuell gibt es drei große Sattelzüge, die jede Woche zwischen Freiburg und der Ukraine hin- und herpendeln. Gerade sei wieder eine Lieferung nach Odessa geschickt worden, so der Hilfs-Koordinator. Da man mit ukrainischen Fahrzeugen und Fahrern arbeite, könnten die Hilfsgüter direkt – ohne umgeladen werden zu müssen – an den Zielort gebracht werden. Mittlerweile gebe es auch Gespräche mit einer weiteren Spedition. "Wir wollen bis August 1000 Tonnen liefern", sagt Volker Höhlein. Auch rund 45 bis 50 privat organisierte Kleinbusse sind mit Material von der Stadtmission beladen worden. Sie transportierten die Hilfspakete an die polnisch-ukrainische Grenze, als sie dort Flüchtlinge abholten und nach Freiburg brachten.

Höhlein verhandelt mit vielen Unterstützern. Lebensmittel in größeren Mengen erhielt und erhält er von den Edeka-Händlern Hieber, Brand und Strecker. Höhlein verhandelt aber auch mit Kartoffelbauern wegen Großlieferungen. Und ein Unternehmen hat ihm 200 Matratzen in Aussicht gestellt. Höhlein weiß natürlich auch, dass manche Artikel in den Supermärkten gerade ausverkauft sind: "Statt Mehl und Öl zu horten, sollten es die Leute lieber teilen", so der S’Einlädele-Geschäftsführer.

Gut erhaltene Fahrräder werden gebraucht

Für die Care-Pakete in der Bananenkarton-Größe sind haltbare Lebensmittel gewünscht – oder, in getrennten Paketen, Babypflege- und verschiedene Hygieneartikel. Es brauche auch Medikamente wie Schmerzmittel und Verbandszeug. Und ganz wichtig: Benötigt werden auch Matratzen, Isomatten und Schlafsäcke. Die Evangelische Stadtmission sammelt auch Krücken, Rollatoren und Rollstühle, ebenso gut erhaltene Fahrräder.

Für das Kinderheim "Vaterhaus", dessen Bewohner am ersten Kriegstag Kiew verließen, wird weiter an einer langfristigen Zukunft in Freiburg oder einem der benachbarten Landkreise gearbeitet. Man führe Gespräche wegen verschiedener Objekte, so Volker Höhlein
Zur Info

Care-Pakete werden von Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr, und am Samstag von 9 bis 12 Uhr an der Abgabestelle in der Oltmannsstraße 11 angenommen. Weitere Informationen und Packlisten unter blog.stadtmission-freiburg.de.

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