Gedanken und Bilder

Julia Becker

Von Julia Becker

Mi, 29. Mai 2019

Laufenburg

Die Reihe "Klassik mittendrin" macht Station bei Buch & Café am Andelsbach in Laufenburg.

LAUFENBURG. Stühle und Platz wurden knapp in der Buchhandlung. Gut 30 Besucher wollten bei Buch & Café am Andelsbach in Laufenburg einer Klaviermatinee von Bogdan Vaida lauschen. Die Reihe "Klassik mittendrin" machte bereits zum zweiten Mal Station in Laufenburg, mit dabei ein neues Programm mit Werken von von Debussy über Enescu bis hin zu Schubert.

Bereits im vierten Jahr reisen der Pianist Bogdan Vaida, die Klavierbauerin Ireen Hammes und Organisator Dirk Hammes mit dem Flügel durchs Land und bringen klassische Musik an ungewöhnliche Orte. Das könne durchaus auch mal eine Kläranlage oder eine Arztpraxis sein, erklärt Vaida. In einer Buchhandlung zu spielen, noch dazu mit Blick auf den Rhein, das sei eine besondere Freude, denn "Bücher enthalten wie Musik Gedanken und Bilder".

Als warmen Willkommensgruß in perfekter Harmonie mit der malerischen Kulisse gab es dann das Intermezzo von Brahms. Vier Komponisten mit vier relativ kurzen Stücken gab es im ersten Teil zu hören, zugleich eine spannende Bandbreite der Musik des angehenden 20. Jahrhunderts. Von George Enescu, laut Vaida dem besten Botschafter seines Heimatlands Rumänien, spielte der Pianist die Pavane aus der Suite op. 10. Düstere Klänge schlug Vaida mit Claude Debussys "La cathédrale englouitie", der versunkenen Kathedrale, an, um dann mit dem "Tanz der Ritter" aus "Romeo und Julia" von Sergei Prokofjew die Stimmung wieder zu heben. Als einer der ersten Komponisten von Filmmusik würde es den Komponisten wohl kaum wundern, dass sein Werk in zahlreichen Filmmusiken wie auch im Genre des Heavy Metal gerne Verwendung findet. Der ersten Teil der Matinee endete mit Sergey Rachmanonow und der Prelude g-moll op. 23 Nr. 5. "Man meint, weitere Hände zu brauchen", scherzt der Pianist, um dann mit dem anspruchsvollen Stück sein Können zu beweisen.

Der zweite Teil der Matinee war Franz Schubert gewidmet. Nach dem schwingend-fröhlichen Einstieg mit dem Impromtu op. 142 Nr. 3 (D 935/3) B-Dur endete die Matinee mit den vier Sätzen der Wanderer-Fantasie. Unspielbar im Original revolutionierte Schubert mit diesem Werk die damalige Klaviertechnik. Die hohe technische Schwierigkeit meisterte Vaida als erfahrener Pianist problemlos und zur Begeisterung seines hochzufriedenen Publikums.

Infos zu weiteren Veranstaltungen unter http://www.klassik-mittendrin.de