Gemeindeversammlung genehmigt Kredite

Laufenburg/Schweiz gibt Millionen für Immobilien aus

Peter Schütz

Von Peter Schütz

Mo, 17. Juni 2019 um 12:33 Uhr

Laufenburg

Die Stadt Laufenburg/Schweiz nimmt viel Geld für Immobilien in die Hand. Mehrere Liegenschaften sollen erworben und aufgewertet werden. Größter Brocken ist das ehemalige Hotel Schützen.

Die Stadt Laufenburg/Schweiz nimmt viel Geld für Immobilien in die Hand. Für mehrere Liegenschaften bestehen Pläne, diese zu erwerben und/oder aufzuwerten. Dafür ist die Stadt bereit, Verpflichtungskredite von insgesamt 3,9 Millionen Franken aufzunehmen. Diese Summe genehmigte die Gemeindeversammlung in Sulz. Dickster Brocken ist der angepeilte Kauf des Hotels Schützen in Laufenburg mit knapp 1,7 Millionen.

Weitere Bau- oder Projektierungskredite sind für Renovierung, Sanierung, Umbau sowie Ersatzneubau von vier Gebäuden in Sulz und Laufenburg genehmigt worden. Die Versammlung genehmigte zudem die Aufnahme von Krediten für die Sanierung des Kugelfangs beim Schützenhaus Blauen (280 000 Franken) und für die Erweiterung des Wärmeverbunds Zentrum Hinterer Wasen (580 000 Franken) in Laufenburg. Mit Letzterem wird – wie berichtet – das Versäumnis korrigiert, nicht die Brutto-, sondern die Nettokosten (ohne Mehrwertsteuer) errechnet und vors Volk gebracht zu haben.

Noch ist Laufenburg nicht im Besitz des Hotels Schützen, in dem im Januar 2018 durch Brandstiftung ein Feuer ausgebrochen war. Aber: "Die Stadt hat Interesse aufgrund der zentralen Lage", erklärte Vizeammann Meinrad Schraner. Und: "Das Schützenareal ist für die Gemeinde äußerst wertvoll." Wertschätzungen hätten sich zwischen 1,4 bis 2,9 Millionen Franken bewegt, berichtete er. Mit dem Eigentümer habe man schließlich einen Marktwert von 1,68 Millionen Franken verhandelt. Sofern die Parzelle bis 2024 überbaut würde, könnte die Gemeinde die Versicherungssumme von 178 000 Franken zurückerhalten, wodurch die Liegenschaft effektiv 1,5 Millionen Franken kosten würde. "Dieser Kaufpreis ist es wert", fand Schraner. Gefragt nach den Risiken antwortete er: "Es gibt Chancen und Risiken, aber die Risiken können wir steuern." Der Haken ist: Es besteht ein zweites Angebot von einer Privatperson, entschieden ist also noch nichts. Sollte die Stadt Laufenburg den Zuschlag bekommen, wäre sie wahrscheinlich nicht alleinige Investorin. Schraner: "Wir gehen davon aus, dass dann eine Trägerschaft aufgebaut wird."

Für die Renovierung des Hauses Marktgasse 169 hieß die Versammlung einen Baukredit von 218 000 Franken gut, zudem stimmte sie einem Projektierungskredit von 128 000 Franken für die Sanierung der Liegenschaft Adler samt Restaurant ebenfalls in der Altstadt zu. Die Gemeinde ist seit Beginn 2019 Eigentümerin des Gebäudes (erworben für 1,4 Millionen), "es hat aber großen Sanierungsbedarf", wie Stadtrat Andy Maier klarstellte. Die Sanierungskosten würden sich auf 2,1 Millionen belaufen. Den Großteil davon wird die Erneuerung des Dachs schlucken. Dafür werden neue Wohnungen entstehen, was der Stadt eine Nettorendite von 72 000 Franken pro Jahr in die Kasse spülen soll.

Auch der Ortsteil Sulz soll bezüglich Wohnraum attraktiver gemacht werden. Zum einen durch den Umbau des Alten Pfarrhofs, wofür die Versammlung einen Baukredit von 1,7 Millionen Franken genehmigte. Und zum anderen durch den Neubau anstelle eines Hauses im Quartier Kleinstadt, das die Gemeinde für 350 000 Franken gekauft hat. In beiden Gebäuden sollen Wohnungen zu moderaten Mietzinsen entstehen. "Dadurch generieren wir eine zusätzliche Einnahmequelle", bemerkte Schraner, "wir können das Finanzvermögen der Gemeinde verbessern." Laut Stadtammann Herbert Weiss besteht "keine Absicht, eine weitere Liegenschaft zu kaufen".

Von 1975 Stimmberechtigten waren 119 gekommen. Sie bejahten überdies die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an fünf Personen unterschiedlicher Nationalitäten, davon drei Schüler.