Lautmalerische Reise durch die Serengeti

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Mo, 26. August 2019

Grenzach-Wyhlen

Autorin Claudia Adrario und Perkussionist Lukas Jösel erzählen in der Römervilla die bewegende Tierparabel "Karibu Katoto".

GRENZACH-WYHLEN (ros). Tief eintauchen in die faszinierende Landschaft und Tierwelt Afrikas konnten die Besucher am Sonntag in der Grenzacher Römervilla. Die Erzählerin und Autorin Claudia Adrario, begleitet von ihrem Sohn Lukas Jösel an der Perkussion, zog das Publikum mit ihrer Geschichte "Karibu Katoto" in ihren Bann.

In dieser szenischen Lesung nahm Adrario, gekleidet in ein afrikanisches Gewand, die Zuhörenden mit auf eine einzigartige Tierwanderung in der Serengeti. Bei Aufenthalten in Afrika hatte sie vom Geländewagen aus das atemberaubende Naturschauspiel vor Augen, das sie zu dieser berührenden Tiergeschichte inspiriert hat. Die Künstlerin erzählt darin von dem kleinen Gnu Katoto, das seine Mutter verliert und eine andere Gnumutter findet, bei der es trinken kann. Auf dem gefährlichen Weg zum großen Fluss braucht Katoto einen starken Freund und macht sich auf die Suche nach einem solchen. "Schlafen, Milch trinken, rennen, unter der sengenden Sonne, immer weiter, Tag für Tag, Nacht für Nacht": So beschreibt Adrario, wie ihr hungriger tapferer Titelheld den Serengeti-Express, diese gewaltige Tierwanderung und gefährliche Situationen miterlebt, mit anderen Gnus und Zebras. Expressiv und ausdrucksstark in der Gestik und Mimik, schauspielerisch und wandelbar in der Stimme, lässt Adrario die Bilder, Szenen und Figuren lebendig werden: die sengende Hitze, die Weite der Landschaft, das frische saftige Gras, die Staubwolken, die Geräusche, Stimmen und Laute der Tiere. Lautmalerisch schildert Adrario, wie das kleine Gnu auf die verschiedenartigsten Tiere trifft: eine struppige Hyäne oder prächtige "gelbe" Katzentiere mit schimmernder Mähne, strahlend wie die Sonne: Löwen. Das Brüllen des mächtigen Löwen lässt die Erzählerin in den Ohren dröhnen, so kraftvoll klingt es. Anschaulich erzählt sie über die Elefanten, die grauen Riesen, die so gut auf ihre Kleinen Acht geben. Richtig dramatisch malt sie die Szenen aus, in denen Katoto und die anderen Tiere am großen Fluss ankommen, von dem die alten Gnus und Zebras immer erzählen, das Rennen, Trampeln, Strampeln, Stolpern auf dem Weg zum Wasser.

Lukas Jösel untermalt die Reise mit suggestiven Klängen auf der Perkussion. Mit Schlegeln, Stöcken und verschiedenartigen Klangwerkzeugen beschwört er farbenreiche afrikanische Klänge. Die Zuhörer verfolgen gebannt die Tierparabel über Freundschaft, in der Katoto in einem kleinen Vogel, der warnende Schreie abgibt, einen treuen Beschützer findet.