Leonie Maier ist die beste U-15-Skilangläuferin

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mo, 23. März 2020

Skilanglauf

Die quirlige Frohnatur vom Feldberg wird nationale Schülermeisterin in einem Winter, den nicht nur Trainerin Linda Schelb wegen des Schneemangels komisch findet.

TITISEE-NEUSTADT. Das Ende kam abrupt, doch spätestens rückblickend war es die richtige Entscheidung. Das sagt auch Linda Schelb, Schülerkader-Trainerin des Skiverbands Schwarzwald (SVS), über die Absage des Finales im Deutschen Schülercup (DSC) der Skilangläufer. Das war vom niedersächsischen Buntenbock im Harz nach Ruhpolding verlegt und von drei auf zwei Rennen Mitte März abgespeckt worden. So zumindest der Plan. Doch am Tag vor der geplanten Anreise in den Chiemgau kam das Aus. Der Grund: Corona – was sonst?

Bei allem Verständnis für die Entscheidung des Deutschen Skiverbands (DSV) findet Linda Schelb es "schade", dass es dadurch diesmal keinen gemeinsamen Saisonabschluss gab. Für zwei junge Schwarzwälderinnen ist das besonders bedauerlich: Leonie Maier von der WSG Feldberg und Louisa Haag (SV Kirchzarten) blieb die Siegerehrung vor großer Kulisse verwehrt. Leonie Maier gewann in der auf fünf Rennen geschrumpften nationalen Wettkampfserie mit großem Vorsprung die älteste Schülerklasse U 15 und ist somit deutsche Schülermeisterin. Mit 112 Punkten distanzierte sie zwei Bayerinnen, die sich punktgleich Rang zwei teilten, um 19 Zähler. Der bislang größte Erfolg für die quirlige Frohnatur vom Feldberg, die über großen Kampfgeist verfügt und sehr trainingsfleißig ist. "Sie muss man eher mal ausbremsen", verrät Trainerin Linda Schelb lachend. Der erste deutsche Meistertitel im Schülerbereich nach Janosch Brugger, der es bis in den Weltcup geschafft hat, ist auch ein großer Erfolg für den SVS.

Louisa Haag im Schülercup auf Rang zwei in der U 14

Einen weiteren Triumph verpasste Louisa Haag denkbar knapp. Mit 105 Punkten fehlte ihr in der weiblichen Klasse U 14 ein einziger Punkt. Der verhalf ihrer schwäbischen Kollegin Daria Klaiber (SC Enzklösterle) und einer Thüringerin zum geteilten Klassensieg vor Haag auf dem Bronzerang. Allerdings, darauf weist Schelb hin, ist der aktuelle Stand in der DSC-Wertung noch nicht zwangsläufig der Endstand, denn üblicherweise gibt es bei den Ergebnissen zwei Streichresultate. Was in diesem Fall widersinnig wäre, weil die durch die Ausfälle von Wettkämpfen ohnehin geschmälerte Basis dann noch weiter ausgedünnt würde. Doch noch gibt es eben "nichts Offizielles vom DSV". Schelbs diesbezügliche Anfrage wurde noch nicht beantwortet.

Bei den Jungen U 14 schaffte es Haags Vereinskamerad Emil Schmidt als Achter ebenso in die Top Ten der DSC-Gesamtwertung wie Sven Kolb als Zehnter der U 15 und Luis Schuler, beide ebenfalls vom SV Kirchzarten, als Fünfter der U 13. In dieser jüngsten Schülerklasse auf DSC-Ebene, die wegen des ausgefallenen Finales nur zwei Rennen in Garmisch-Partenkirchen hatte absolvieren können, kamen die Hochschwarzwälder Matthis Maier (WSG Feldberg) – einer von Leonies Brüdern –, Patrik Zähringer (SC Langenordnach) und Max Braun (WSG Schluchsee) auf die Plätze 23, 26 und 28. Beste Schwarzwälderin in der weiblichen U 13 war als Zwölfte die Kirchzartenerin Lotta Sophie Mayr vor Flora Kuß (SZ Brend/17.), Annika Lüdeke (SV Kirchzarten/22.) und Annika Straub (SC Langenordnach/31.).

Hinter Emil Schmidt punkteten in der U 14 auch sein Vereinskamerad Tyler Uetz (22.), Paul Tritschler (SZ Breitnau/23.) und der Langenordnacher Franz Kleiser (32.). Bei den U-14-Mädchen gelang das neben den Spitzenläuferinnen Klaiber und Haag aus dem SVS-Team der Kirchzartenerin Mara Eckerle (16.), Mia Brugger (WSG Schluchsee/17.) und Cosima Günther (SZ Bernau/24.). Während Leonie Maier in der weiblichen U 15 Schwarzwälder "Einzelkämpferin" ist, hat bei den Jungs Sven Kolb zwei Mitstreiter: Urs Müller (SC St. Peter) kam auf den 15. Platz, Dean Uetz (SV Kirchzarten) auf Rang 28.

SV Kirchzarten ist der erfolgreichste Verein im DSC

In einer speziellen Wertung konnte sich der für seine herausragende Nachwuchsarbeit bekannte und vom DSV als "Verein des Jahres 2019" ausgezeichnete SV Kirchzarten weit vorne platzieren: In der "Vereinspokalpunkteliste Skilanglauf" wurden die Dreisamtäler unter 148 klassierten und 231 teilnehmenden Vereinen mit 1117 Punkten Zweiter hinter dem SC Oberstdorf (1172) und vor dem SWV Goldlauter (1071) aus Thüringen. In dieser Wertung werden die Saisonergebnisse aus Deutschlandpokal (DP) und DSC in den Altersklassen U 13 bis Junioren (U 20) addiert.

In der isolierten DSC-Wertung nimmt der SV Kirchzarten mit 380 Punkten sogar die Spitzenposition im nationalen Vergleich ein, ist also der erfolgreichste deutsche Verein im Schülerbereich in diesem Winter im Langlauf. Günter Huhn, der SVS-Sportwart Skilanglauf, will indes das Verdienst nicht auf seinen Verein beschränkt sehen und verweist darauf, dass der Stützpunkt Notschrei im Langlauf bei den Schülern der erfolgreichste Stützpunkt in Deutschland ist.

Die Saisonbilanz für den Schwarzwälder Langlaufnachwuchs in den Schülerklassen fällt beim SVS-Trainerduo Linda Schelb und Tilman Horlacher "echt gut" aus. Die weibliche U 14 sei angesichts der großen Leistungsdichte "auf einem guten Weg". Bei den U-14-Jungs sieht Schelb "Potenzial nach vorne", ebenso wie in der U 13. In der U 15 würde sich die Trainerin mehr Wettkämpfer wünschen. "Es war schon ein komischer Winter", sagt sie rückblickend über die Besonderheiten wie anhaltenden Schneemangel und das vorzeitige Ende. Aber "wir Langläufer haben noch Glück gehabt", relativiert Linda Schelb. Auf dem Notschrei habe man abgesehen vom Sturm "eigentlich immer laufen können", wenn auch manchmal bei schlechtem Wetter, und viele Wettkämpfe konnten ausgetragen werden. Nach der Absage des DSC-Finales traf sich der SVS-Schülerkader am selben Abend noch mit den Trainern zum gemeinsamen "Abschlusstraining" am Notschrei. Nun ruht der Übungsbetrieb und "man weiß nicht, wann wir uns wieder treffen können".